1. Die deutsche Ethno-Zentrale

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Beflügelt vom katalanischen Sezessionsreferendum treiben Mitglieder einer in Deutschland ansässigen Ethno-Organisation Autonomieforderungen für die ungarischsprachige Minderheit in Rumänien voran. In der vergangenen Woche haben bekannte Politiker der Südtiroler Volkspartei (SVP) eine Delegation der extrem rechten Partei Jobbik aus Ungarn empfangen, um ihr die Besonderheiten der Südtiroler Autonomie nahezubringen.

Die SVP gehört der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) mit Sitz in Flensburg an, einem Zusammenschluss, der größere Sonderrechte für völkisch definierte Minderheiten fordert, von staatlichen Stellen finanziert wird und eng mit dem Bundesinnenministerium kooperiert. Jobbik, eine für ihre rassistisch-antisemitische Agitation berüchtigte Partei, kündigt an, sich in Rumänien, aber auch in der Slowakei, in der Ukraine und in Serbien für eine formelle Autonomie der dortigen ungarischsprachigen Minderheiten einzusetzen.

Jobbik wird nach eigenen Angaben in dieser Frage von einem Angehörigen der deutschsprachigen Minderheit Ungarns beraten, der neun Jahre lang in führender Funktion für die FUEN tätig war und in der Organisation zu den zentralen Ansprechpartnern deutscher Regierungsstellen gehörte. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat der FUEN am gestrigen Donnerstag einen persönlichen Besuch abgestattet.

In völkischer Tradition 

Bei der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) handelt es sich um einen Zusammenschluss von aktuell über 90 Organisationen aus 33 Ländern Europas, des Kaukasus und Zentralasiens, die jeweils Sprachminderheiten vertreten. Die FUEN, einst unter Führung vormaliger NS-Antisemiten gegründet, sieht sich selbst in der Tradition der deutschen Minderheitenpolitik der 1920er Jahre, die Sprachminderheiten ethnisch definierte (german-foreign-policy.com berichtete [1]); bis vor kurzem nannte sie sich selbst Föderalistische Union Europäischer Volksgruppen (FUEV).

Entsprechend setzt sich die FUEN bis heute dafür ein, ethnisch-«national» definierten Minderheiten weitreichende Sonderrechte zu verleihen. Als vergleichsweise vorbildlich gilt bei der FUEN die Autonomie der norditalienischen Provinz Bolzano-Alto Adige/Südtirol, in der die deutschsprachige Minderheit Italiens fast zwei Drittel der Bevölkerung stellt. Stärkste politische Kraft ist die Südtiroler Volkspartei (SVP), die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs durchweg den Landeshauptmann stellt; sie ist Mitglied der FUEN, stellt einen ihrer Vizepräsidenten und beteiligt sich an der Finanzierung der Organisation.

Die FUEN, die ihre Zentrale in Flensburg hat, erhält ihre Mittel unter anderem von den Bundesländern Schleswig-Holstein und Sachsen, vom Land Kärnten und von der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens; projektbezogene Gelder kommen vom Bundesinnenministerium und der ungarischen Regierung.

Schutzmacht Deutschland

Für die Berliner Regierungspolitik ist ein Zusammenschluss innerhalb der FUEN von besonderer Bedeutung, der sämtliche deutschsprachigen Mitgliedsverbände bündelt: die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten in der FUEN (AGDM). Ihr gehören Organisationen aus Staaten von Dänemark bis Kirgisistan an. Die AGDM, die 1991 in Budapest gegründet wurde, trifft sich jedes Jahr zu einer Jahrestagung, die gewöhnlich im Bundesinnenministerium abgehalten wird; fester Programmpunkt sind Gespräche mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten und mit anderen für die deutschsprachigen Minderheiten zuständigen Ministerialbeamten aus dem Innenministerium und dem Auswärtigen Amt.

Dadurch wird die Anbindung der Minderheiten an die Berliner Politik gesichert. Die Bundesregierung tritt dabei als Schutzmacht der deutschsprachigen Minderheiten auf und nutzt dies, um Einfluss auf die innere Politik fremder Staaten zu nehmen. So berichtete Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Reise nach Polen am 7. Februar Vertretern der dortigen deutschsprachigen Minderheit, sie habe bei Ministerpräsidentin Beata Szydło zu ihren Gunsten interveniert.

Hauptredner der AGDM-Tagung im Juni dieses Jahres in Berlin war ein ehemaliger Führungsfunktionär der deutschsprachigen Minderheit Rumäniens, Klaus Johannis. Johannis, der als Minderheitenvertreter über Jahre hin regelmäßiger Gast in Berlin war, amtiert seit dem 21. Dezember 2014 als rumänischer Präsident.

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  1. SozialeGemeinschaften konstituieren sich u.a. durch Grenzziehungen, d.h.
    durch die Konstruktion einer Differenz zwischen «Wir» und die «Anderen». Von dieser Prä-
    misse ausgehend werden für die 12 EG-Länder zwei Fragenanalysiert: 1. Wersind die «Anderen»,
    von denen sich die nationalen Gemeinschaften dieser Länder abgrenzen? 2.VonweIchen
    Faktoren hängen diese konkreten Grenzziehungen ab? Die Datenbasis der Analysen bilden
    repräsentative Bevölkerungsumfragen in den 12 EG-Ländern aus den Jahren 1988 und 1992
    (Eurobarometer). Die Analyseergebnisse zeigen, daß die Grenzziehung zwischen «Wir» und
    die «Anderen» weniger über die traditionellen nationalstaatlichen Frontstellungen in Europa
    verlaufen, sondern eher über die Wahrnehmung ethnischer Minoritäten, die sich durch die
    Migrationsbewegungen der letzten Jahrzehnte in Westeuropaherausgebildet haben. Hinsichtlich
    der Determinanten dieser Grenzziehungen zeigen die Analyseergebnisse.

  2. Ethnozentrismus ist vor allem ein Unterschiedbegriff. Er bezeichnet eine als «Wir» verstadene Gemeinschaft und grenzt diese von einer nicht dazugehörigen Umwelt der «Anderen» ab. Ethnozentrismus bezeichnet auch zugleich die Eigengruppe und de Fremdgruppen, die sich von ihr unterscheiden. Im begrifflichen Rahmen des Ethnozentrismus hat diese Grenzziehung zwischen Eigengruppe und Fremdgruppen, «Wir» und die «Anderen», einen doppelten Gehalt: Sie bezeichnet zum einen eine kognitive Grenzdefinition und zum anderen eine evaluative Grenzdefinition. De «Anderen» sind nicht nur andersartig (kognitiv), sondern auch geringwertig (bewerten) als die Eigengruppe

  3. Waren die «Anderen» in Europa vor allem die anderen nationalstaatlichen Kollektive, so haben sich vor diesem historischen Hintergrund seit dem Ende des Z :: vejten Weltkriegs Strukturveränderungen ergeben, die zu einer Aufweichung oder Vorstellung der Vorstellung der westeuropäischen Bürger geführt haben, die dlAnderen «vor allem die anderen nationalstaatlichen Kollektive sind vor allem zwei» Entwicklungsprozesse sind hier relevant.

  4. Oder finden vor dem Hintergrund der in manchen europäischen Ländern laufenden
    Migrationen Identitätsdefinitionen statt, die innerhalb der jeweiligen Länder eine
    gleichsam innere Umwelt konstituieren.

  5. Es wurde bereits darauf hingewiesen, daß die Grenzziehung zwischen» Wir» und
    «die Anderen» eine kognitive und eine evaluative Dimension umfaßt. Das Meßinstrument
    zur Erfassung der kognitiven Dimension ist die Frage: «An wen denken Sie, wenn
    von Leuten anderer Nationalität die Rede ist?» Bei dieser Frage wurden keine Antwortkategorien
    vorgegeben; die Befragten konnten selbst entscheiden, was und wie
    sie antworten. D

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