2. KONFLIKTE DER ZUKUNFT

in Crisis 2017 · Culture 2017 · Economics 2017 · Europe 2017 · EX-USSR · Germany 2017 · Great Britain 2017 · Industry · Literature 2017 · Person 2017 · Skepticism 2017 11 views
          
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Mannual budget. The only places this kind of money can be subtracted from are agricultural funding and structural and cohesion funds — the latter in particular have been highly important in boosting the poorest regions of the EU and thereby supporting convergence.

Dem Autor zufolge wären dies:

  • Pax Atlantica (Pax Americana und Pax Europaea)
  • Pax Euroasiatica
  • Pax Islamica
  • Pax Sinica
  • Pax Hindica
  • Pax Niponica
  • Pax Latina

Sowie eventuell:

  • Pax Buddhistica
  • Pax Africana

Jeder Pol der Multipolaren Welt solle dabei folgende Eigenschaften besitzen:

  1. Ein Pol muss souverän sein, jedoch lediglich gegenüber anderen Polen. Dabei besteht die Notwendigkeit die Freiheit und Unabhängigkeit der betreffenden Zivilisation gegen andere Zivilisationen zu verteidigen.
  2. Das Machtzentrum eine Zivilisation muss vom formalen juristischen Standpunkt legal sein.
  3. Die Zone, in welcher die Zivilisation ihre Herrschaftsgewalt ausübt, muss differenziert sein und die ethnische sowie konfessionelle Zugehörigkeit der Zivilisation berücksichtigen.
  4. Das territoriale Grundmodell der Herrschaft basiert auf den Grundsätzen des Föderalismus und der Subsidiarität 5. Die Identität der in einer Zivilisation identifizierbaren Einheiten kann je nach Umständen kollektiv oder individuell sein, erste wird die Regel, das zweite die Ausnahme sein.
  5. Die Zivilisation als politisches Gebilde muss eine auf ihrem kulturellen Code basierende Mission sowie rationale Interessen besitzen, wobei letztere auf einem verifizierbaren und nachvollziehbaren Kalkül basieren müssen.
  6. Die sozialen Schichten müssen in der Struktur des politischen Organismus transparent und legal vertreten sein.
  7. Ein Interzivilisatorischer Rat ist unbedingt notwendig in der Form eines beratenden Organs. Die Regelung der Beziehungen zwischen den verschiedenen Zivilisationen werden nicht absolut sein und können durchaus modifiziert werden, wobei das Prinzip der Souveränität Einer jeden Zivilisation nicht verletzt werden darf.

Sowohl der Multipolarität als auch dem Kräftegleichgewicht muss dabei Rechnung gezollt werden In Bezug auf die Frage nach der Staatlichkeit der Zivilisationen, bezeichnet Dugin die kommenden Herrschaftsgebilde jeweils als „politeia“ nach Platon, daher nicht als Staat sondern als politisches Gebilde undefinierbarer Defintion.

Er tut dies vor dem Hintergrund seines Verständnisses der Theorie der multipolaren Welt als „Grundessenz des Pluriversums“: Vor dem Hintergrund einer radikalen Ablehnung des westlichen Universalismus soll keine Regierungsform zur Norm gesetzt werden, sondern sich die Zivilisationen eine ihrer Kultur (und Religion) entsprechende Regierungsform geben. Dugin schließt hier die Demokratie ausdrücklich nicht aus, erklärt sie jedoch lediglich zu einer Möglichkeit unter vielen.

Der weltweiten Globalisierung wird also eine „Glokalisierung“ oder besser Lokalisierung auf der Ebene des Großraumes entgegengesetzt. Im Gegensatz zum Liberalismus sieht die Multipolare Theorie nach Dugin die Lokalisierung aber nicht etwa als Zwischenstufe zur politisch weltweiten Einheit der Menschheit, sondern als Endstufe der Integration.

Europa soll also im Einflussbereich des Westens bleiben? Und welche Rolle sollen die BRICS-Staaten, also jene der „Zweiten Welt“, wie Russland, Brasilien, Indien, China und Südafrika, dabei spielen? Die Rolle der Zweiten Welt… Eine große Rolle bei der Errichtung der multipolaren Welt sieht der russische Autor dabei vor allem bei den wirtschaftlich wie militärisch aufstrebenden Staaten vom Format Russlands, Chinas, Indiens und Brasiliens:

Nachdem die Konterhegemonie, also der Widerstand gegen die Herrschaft des Westens, im Herrschaftsgebiet des Selben nicht besonders stark ausgeprägt sei, komme hier der Zweiten Welt eine Schlüsselrolle zu.

Diese müsse vor allem über ihre intellektuellen Eliten, daher die Meinungsführer, die Hegemonie des Westens offenlegen und dekonstruieren um schließlich der Durchsetzung an die eigene Zivilisation gebundener Medien, Rechtsvorstellungen und kultureller Codes zu ermö

Hierzu meint Alexander Dugin: Besonders in der ersten, antihegemonischen Phase ihrer Entstehung muß die multipolare Welt auf der Solidarität aller Zivilisationen und ihrem gemeinsamen Widerstand gegen die kolonialistischen und globalistischen Praktiken des reichen Nordensberuhen. Dieser Kampf muß die Eliten und die Massen innerhalb einer Zivilisation zusammenschweißen.“ (S.119) … und die Rolle Europas bei der Errichtung einer multipolaren Welt Europa sieht Dugin dabei zur Zeit als festen Bestandteil des Westens an, der dessen Hegemonie auf der Welt offensiv verteidigt und verbreitet. Jedoch gesteht er ein, dass es sowohl in Europa, etwa die Vertreter einer „Festung Europa“ (gemeint sind damit wohl wir Identitäre), als auch in den USA (amerikanischer Isolationismus) dissidente Strömungen gebe, welche beim Aufbau einer solchen Weltordnung mithelfen können.

Der Ernstfall der Zivilisationen Anknüpfend an der Terminologie Huntintons sieht Dugin heute keinen „Zusammenprall der Zivilisationen“ sondern vielmehr den Ernstfall der Zivilisationen: nach Ende der Struktur der Moderne (Bipolarität) tritt unter den Bedingungen der Postmoderne (Globalisierung) der Kontinent der Prämoderne wieder an die Oberfläche, es muß entweder zu einem Aufeinanderprallen oder Dialog der Zivilisationen kommen.

In einem zweiten Schritt stellt Alexander Dugin das postmodernistische System als freie Wahl zwischen zwei Modellen dar: Entweder der Fortsetzung der Globalisierung oder der Entscheidung für den Aufbau einer multipolaren Welt, in der traditionelle Strukturen von Zivilisation, Kultur und Religion wieder eine Rolle spielen werden. Der Autor definiert die Theorie der Multipolaren Welt schließlich mit den folgenden prophetischen Worten, bei denen einem als Identitären nur das Herz aufgehen kann:

„Hieraus lässt sich eine ungemein wichtige Schlussfolgerung ziehen: Die multipolare Welt ist ein Raum , in dem der historischen Entwicklung viele Wege offenstehen und die aktive Beteiligung der Gemeinschaften an der Schaffung einer neuen Welt, einer neuen Karte der Realität, durch keinerlei äußeren Rahmen – keine Hegemonie, keinen Reduktionismus, keinen Universalismus, keine im voraus festgelegten und von irgendeiner außenstehenden Instanz aufgezwungenen Regeln – begrenzt sein wird. Eine solche multipolare Realität wird weitaus komplexer und vieldimensionaler sein als jedes beliebige postmodernistische Modell. Die multipolare Welt ist ein Raum praktisch unbegrenzter historischer Freiheit – der Freiheit der Völker und Gemeinschaften, ihre Geschichte selbst zu gestalten.“ (S.143)

Fazit Nach der Vierten Politischen Theorie ist nun das zweite Werk Dugins auf Deutsch erschienen. Im Gegensatz zum Hauptwerk der 4PT handelt es sich bei Konflikte der Zukunft um eine ausführliche Theorie der multipolaren Welt. Wer sich für Internationale Beziehungen, Geopolitik oder mögliche Zukunftsvisionen Europas interessiert, dem kann ich dieses Werk nur wärmstens empfehlen.

Im Anhang sind zudem zahlreiche, informative Interviews zwischen Manuel Ochsenreiter, dem Chefredakteur der Zeitschrift „Zuerst!“ und Alexander Dugin enthalten, die einen tiefen Einblick in die geopolitischen Ereignisse der Jahre 2012 bis 2015 gewähren, von der Syrienkrise, der Konfrontation Putins mit dem Westen bis hin zum ukrainischen Bürgerkrieg und der NSA Affäre

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*  Die Veröffentlichung ist kein Leitartikel. Es spiegelt ausschließlich den Standpunkt und die Argumentation des Autors wider. Die Publikation wird in der Präsentation vorgestellt. Beginnen Sie in der vorherigen Ausgabe. Das Original ist verfügbar unter:

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6 Comments

  1. Und auch der andere Partner in der Region, Israel, hat begonnen, sich vom Westen insgesamt abzusetzen. Der Versuch von US-Außenminister John Kerry, Friedensverhandlungen mit den Palästinensern zu erzwingen, wurde torpediert. Den Iran-Deal konnte Israel zwar nicht verhindern, doch die Enttäuschung darüber sitzt tief. Mit Putin redet Premierminister Netanjahu öfter als mit Obama; die Siedlungen werden vorangetrieben, obwohl sie eine Zweistaatenlösung unmöglich machen; ein autoritär-nationalistischer Umbau der israelischen Demokratie findet immer mehr Anhänger, auch in der Regierung.

  2. ie neue Wette lautet nun folgendermaßen: Der Iran könne durch einen Mix von Anreizen und Drohungen vom revolutionären Störer in eine Status-quo-Kraft verwandelt werden. Saudi-Arabien werde allmählich seine Schiiten-Paranoia ablegen, und selbst Israel könne dann wieder in einem Kalten Frieden mit dem persischen Nachbarn leben (wie so viele Jahre zuvor). Ob es so kommt, wird vielleicht erst der übernächste amerikanische Präsident beurteilen können. Riskant ist das alles, aber sicher nicht gefährlicher als ein weiterer Krieg.

  3. Es geht hier nicht um Meinungsverschiedenheiten, wie es sie schon oft zwischen Europäern und Amerikanern gab. Es geht um viel mehr. Zugespitzt gesagt: Mit der Implosion des Mittleren Ostens und der Ankunft der Flüchtlinge zeigt sich, dass die US-Außenpolitik heute mittelbar den Bestand Europas gefährdet.

  4. Deutschland bleibt weiter auf Amerika angewiesen, es ist auf absehbare Zeit ein Konsument amerikanischer Sicherheitsgarantien und Geheimdienstleistungen – schon weil eine Aufrüstung bei Militär und «Diensten» beim deutschen Wähler kaum durchsetzbar wäre. Das gibt der Aufregung über die NSA einen Hauch von Heuchelei

  5. So nimmt der post-amerikanische Nahe Osten Gestalt an. Nur ist das kein Grund zur Genugtuung. Die multipolare Welt ist zum Fürchten.

  6. Und alle roten Linien verwischt. Wladimir Putin mache es in der Ostukraine und in Syrien umgekehrt, er projiziere russische Macht weit über seine realen Mittel hinaus. Obama hingegen sei zum Schluss gekommen, dass Alleingänge nicht geeignet seien, um Macht im 21. Jahrhundert zu organisieren. Ein Land sei nur so groß, wie seine Partner es zulassen.

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