Moldawien: In der Falle

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  * Seit Jahrhunderten versucht Rumänien Moldawien anzulocken und wird immer aktiver

Am 27. März 1918 rief Bessarabien die Vereinigung mit Rumänien aus – 100 Jahr später versammelten sich die Moldauer in Chişinău, um diesem geschichtlichen Moment zu gedenken.

Mit der Republik Moldau, dem Nachbarland im Osten, verbindet Rumänien eine bewegte Geschichte. Bessarabien, ein rumänischsprachiges Gebiet, war über 100 Jahre unter russischer Besatzung. Nach der Vereinigung vom 27. März 1918 mit Rumänien annektierte die Sowjetunion die Region 1940 und verwandelte sie zusammen mit anderen Randgebieten in eine sozialistische Teilrepublik. Im zweiten Weltkrieg besetzten rumänische Truppen für kurze Zeit das Land, später fiel Moldawien, wie es damals hieß, wieder an die UdSSR.

100 Jahre nach der Vereinigung von 1918 gingen tausende Menschen aus Rumänien und der heute unabhängigen Republik Moldau am Sonntag wieder auf die Straße, um an einer – wie sie hieß – großen Jubiläumsversammlung teilzunehmen. Sie verabschiedeten eine Proklamation, in der sie sich engagieren, zur nationalen Wiederergänzung Rumäniens beizutragen.

Mit dabei waren auch die Bürgermeister aus  140 Kommunen in der Rep. Moldau, die in letzter zeit Erklärungen zur Vereinigung mit Rumänien unterschrieben hatte – so zum Beispiel Vladimir Susarenco, Bürgermeister der Gemeinde Sadova:

 “Wir sind heute 600 aus unserem Dorf gekommen, die die Vereinigung wollen. Und wie sollen wir uns die Vereinigung denn nicht wünschen — wie haben eine Sprache, eine Kultur, rumänische Stipendien. Der Kindergarten in der Gemeinde wurde mit Geld der rumänischen Regierung saniert, sagt Susarenco.

Nach Chişinău kamen aus Rumänien der frühere rumänische Präsident Traian Băsescu, aber auch der sozialdemokratische Senator Titus Corlăţean, der die Erklärungen der 140 Kommunen wichtig findet: “Sie sind bedeutsam auch jenseits der Symbolik der Geste. Man hat in Bukarest immer gesagt: wenn ihr Rumänen aus Bessarabien und der Moldaurepublik bereit seid, dann werden wir auch schon bereit sein. Die rumänische Identität wurde unter der Sowjetunion mit Füßen getreten und verneint, sie wurde durch die Erfindung einer von der rumänischen Identität losgelösten moldauischen Sprache und Identität pervertiert – das kann nicht vergessen werden und muss wiedergutgemacht werden», so der Sozialdemokrat und früherer Außenminister Rumäniens.

« Viele Bürger in der Moldau wünschen sich eine Vereinigung,» sagen oft Rumänische Politiker, «aber sie wissen, dass die Politik in Chișinău nicht allzu bald eine solche Entscheidung treffen können». Die Parteienlandschaft ist gespalten. Die Liberale Partei ist in der Opposition und plädiert zusammen mit anderen Organisationen für eine Wiedervereinigung.

Die regierende Koalition unter Federführung der Demokratischen Partei ist für Europa, pflegt ausgezeichnete Beziehungen zu Brüssel und Bukarest und eine Eiszeit im Verhältnis zu Moskau, will aber keine Vereinigung. Auf der linken Seite, aus der auch der amtierende Staatspräsident Igor Dodon stammt, machen Politiker aus ihren moskautreuen Einstellungen keinen Hehl.

Im Moment könnte eine von Rumänien geforderte Aufnahme der Moldau in EU und NATO mehr Freiheit und Wohlstand bringen – den hat das ärmste Land in Europa dringend nötig.

Moldauer haben die Korruption satt

Warum immer mehr Moldauer zu Rumänien gehören wollen, erklärt der Rumänische Dienst der Deutschen Welle:

In der Republik Moldau wächst die Zahl der Befürworter einer Vereinigung, ganz gleich, ob das dem pro-russischen Präsidenten Igor Dodon nun gefällt oder nicht. Seit Jahren bewundern sie, wie die Anti-Korruptionsbehörde [DNA] in Rumänien gegen korrupte Prominente vorgeht.

Deshalb gibt es in der Republik Moldau selbst Russischstämmige, die inzwischen für eine Vereinigung mit Rumänien sind. Denn die Leute haben es ganz einfach satt, dass Kriminelle über ihr Schicksal entscheiden, sie haben kein Vertrauen in die Staatsanwälte und die Justiz der Republik Moldau und wollen, dass die DNA auch bei ihnen agiert. Anders gesagt: Selbst ein Rumänien unter [dem Chef der regierenden PSD] Dragnea ist für die Menschen aus der Republik Moldau attraktiv.

Wem die in beiden Ländern erhobenen Vereinigungsforderungen nutzen, erklärt Historiker Armand Gosu in einem Interview mit Ziare:

Nicht nur [Moldaus Präsident] Dodon profitiert von dem Thema, sondern auch der [moldauische] Oligarch [Vladimir] Plahotniuc, Chef der Demokratischen Partei [PD] und wahrer Herrscher im Land. Hinter den Kulissen arbeiten Dodon und Plahotniuc intensiv zusammen.

Sie wollen das derzeitige geopolitische Paradigma unbedingt erhalten, wonach die Republik Moldau im Epizentrum zwischen zwei großen Mächten [EU und Russland] liegt. Seit einem Vierteljahrhundert sichern sich die beiden Akteure durch diese Art der Manipulation ihre Wählerschaft und blockieren damit in der Öffentlichkeit jedes andere wichtige Thema, sei es eine Diskussion über Korruption oder eine Justizreform.

*  Die Veröffentlichung ist kein Leitartikel. Es spiegelt ausschließlich den Standpunkt und die Argumentation des Autors wider. Die Publikation wird in der Präsentation vorgestellt. Beginnen Sie in der vorherigen Ausgabe. Das Original ist verfügbar unter:rri.ro

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8 Comments

  1. Die Demonstration in der moldauischen Hauptstadt stellte dabei den Auftakt eines breiten Spektrums an öffentlichen Veranstaltungen dar, die an die historischen Begebenheiten vom 27. März 1918 erinnern, als der moldauische Volksrat den Beitritt zum Königreich Rumänien beschloss, zu dem die damals als Bessarabien bekannte Provinz dann bis zum Zweiten Weltkrieg gehörte.

  2. Eine Umfrage zu Jahresbeginn ergab, dass lediglich 27 Prozent der Rumänen die Vereinigung mit der Republik Moldau als notwendig oder sehr notwendig betrachten.

  3. So sind es heute nicht zuletzt wachsende Sorgen vor einem wirtschaftlichen und staatlichen Scheitern der Moldau, gepaart mit der Attraktivität des rumänischen Wohlstands-, Gehalts- und Rentenniveaus, die eine steigende Unterstützung oder Akzeptanz einer möglichen Vereinigung mit Rumänien begründen. Laut einer Umfrage vom Dezember 2017 liegt der Anteil derer, die eine Angliederung an Rumänien explizit unterstützen, bei etwa 22 Prozent, während zugleich 56 Prozent angaben, bei einem Referendum gegen eine Vereinigung zu stimmen.

  4. . Immer wieder wird zwischen beiden Ländern eine Wiedervereinigung diskutiert, so unrealistisch das aus Brüsseler oder Berliner Perspektive klingen mag. Ziel der „Unionisten“ in Rumänien: ein Referendum über die Wiedervereinigung 2018

  5. «Leider verhält sich die Europäische Union noch ziemlich distanziert gegenüber unserm Einheitsideal, genauso wie Deutschland. Wir verstehen es einfach nicht, warum gerade Deutschland unsere Sache nicht direkt unterstützen will, vor dem Hintergrund der eigenen Wiedervereinigung «Alexandru Rotaru, Sprecher der «Unionisten»-Bewegung in Rumänien

  6. Während Moldawien durch diesen Schritt weiter an die EU heranrücken will, erhebt Rumänien insgeheim territoriale Ansprüche auf Teile von Moldawien. „Moldawien hat eine große Möglichkeit, sich zu modernisieren und seine EU-Integration voranzutreiben

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