Der Erste Weltkrieg: Sein oder Nichtsein!

03.08.2016
В КАТЕГОРИЯХ:
1914 WAR, Army, Conflicts, Crisis, DE, Economics, Europe, Euroskepticism, Nation, Person, Politics, Power, World
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Der Erste Weltkrieg: Sein oder Nichtsein!
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Der Erste Weltkrieg: Sein oder Nichtsein!

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Friedrich Stampfer:

Solange es die Möglichkeit gibt, den Frieden zu retten gibt es nur eine Pflicht: für ihn zu arbeiten.

In dem Augenblick aber, in dem das weltgeschichtliche Ringen beginnt – und wir wissen nicht, umwieviele Stunden wir von ihm getrennt sind – ändern sich auch die Aufgaben des deutschen klassenbewußten Proletariats.

Deutschland wird dann mit einem Bundesgenossen, der mit starker Heeresmacht auf einem anderen Kriegsschauplatz festgehalten ist, gegen zwei Fronten – vielleicht obendrein noch in der Nordsee gegen England zu kämpfen haben. Das ist ein Krieg, gegen den der von 1870/71 ein Kinderspiel war.

Die ungeheure Mehrheit des deutschen Volkes hat diesen Krieg nicht gewollt. Aber es gibt in Deutschland keine Partei, keine Gruppe und – wir glauben – keinen Menschen, der in diesem Krieg eine Niederlage Deutschlands will.

Diese Niederlage wäre etwas Unausdenkbares, Entsetzliches. Ist schon ein Krieg an sich der Schrecken aller Schrecken, so wird das Furchtbare dieses Krieges noch durch den Umstand vermehrt, daß er nicht nur unter zivilisierten Nationen geführt wird. Wir haben das Vertrauen zu unseren Klassen-und Volksgenosse in Uniform, daß sie sich von aller überflüssigen Grausamkeit fernhalten werden. Wir können dieses Vertrauen nicht haben zu den buntgemengten Völkerschaften des Zaren, und wir wollen nicht, daß unsere Frauen und Kinder Opfer kosakischer Bestialitäten werden.

Niederlage aber wäre gleichbedeutend mit Zusammenbruch, Vernichtung und namenlosem Elend für uns alle. Und unser aller Gedanken bäumen sich gegen diese Möglichkeit auf. Unsere Vertreter im Reichstag haben es unzählige Male für eine Verleumdung erklärt, daß die Sozialdemokraten ihr Land im Augenblick der Gefahr im Stich lassen könnten. Wenn die verhängnisvolle Stunde schlägt, dann werden die Arbeiter das Wort einlösen, das von ihren Vertretern für sie abgegeben worden ist. Die „vaterlandslosen Gesellen“ werden ihre Pflicht erfüllen und sich darin von den Patrioten in keiner Weise übertreffen lassen.

Unser Herz weiß nicht von Begeisterung für einen Krieg. Es ist erfüllt mit tiefem Abscheu vor dem Krieg. Aber wenn kein Opfer mehr hilft, um das Verhängnis aufzuhalten, wenn wir uns dann der namenlosen Schändlichkeiten erinnern, die der Zarismus an seinen eigenen Volksgenossen verübt hat, wenn wir uns weiter vorstellen, die Schergen dieser barbarischen Gewalt könnten als trunkene Sieger unser Land betreten, dann dringt ein Schrei über unsere Lippen: Nur das nicht!

Jenseits aller Greuel der Verwüstung steigt uns ein anderes, freundlicheres Bild auf: Ein freies deutsches Volk, das sich sein Vaterland eroberte, indem es dieses sein Land verteidigte. Dieses freie deutsche Volk nach billigen Friedensbedingungen im Bunde mit den großen Kulturvölkern des Westens. Unsere große Sache allüberall im Vordringen. Drüben aber im Osten die rauchenden Trümmer eines Zarenthrons.

Vielfach in der SPD-Presse nachgedruckter Korrespondenzartikel vom 31.7.1914, der die Entscheidung für die Bewilligung der Kriegskredite vorwegnahm. 

Bericht eines Pfarrers über die Stimmung im Berliner Arbeiterbezirk Moabit, Herbst 1914Dossier: Der Erste Weltkrieg (Erstellt am 06.07.2016) 29 bpb.de

Aus den Fenstern hängen jetzt Fahnen heraus, in manchen Häusern bis zu sechs – ein erstaunlicher Anblick für den Kenner der Verhältnisse.

Sonst zeigte etwa an Kaisers Geburtstag die ganze Stadt nicht eine einzige Fahne; aus sozialistischen Parteikneipen heraus hört man die Klänge der Wacht am Rhein. Die eigentliche Begeisterung – ich möchte sagen, die akademische Begeisterung, wie sie sich der Gebildete leisten kann, der nicht unmittelbare Nahrungssorgen hat, scheint mir doch zu fehlen. Das Volk denkt sehr real, und die Not liegt schwer auf den Menschen. In den Fabriken wird freilich noch gearbeitet, meist jetzt für das Heer, daher haben noch viele Männer Arbeit – Frauen sind aber massenhaft brotlos geworden. 

 Die Zahl der Eingezogenen ist doch ganz beträchtlich, sie schwankt in den Häusern zwischen 2 und 14, soweit ich habe feststellen können. Ansätze zu revolutionärer Gesinnung sind in keiner Weise vorhanden. Im ganzen muß man sagen; es herrscht eigentlich ein prachtvoller Ernst. Immer wieder hört man sagen: es muß sein, unsre Sache ist gerecht. Der sozialdemokratische Arbeiter ist stolz, daß er seine vaterländische Gesinnung zeigen kann. 

[…] Kriegslustig ist der sozialistische Arbeiter nicht, aber kriegsentschlossen. Das Kleinbürgertum, das bisher schon national war, ist eher etwas radaumäßig gestimmt. In Genossenschaftskreisen empfindet man teilweise das sittliche Problem des Krieges, auch das Unrechte des Krieges – der normale Kirchenmensch ist leider davon weit entfernt.

Aus: Monatsschrift für die Pastoraltheologie zur Vertiefung des gesamten pfarramtlichen Wirkens, hg. v. D. Paul Wurster und Prof. D. J. Schnell, 11. Jg., 2. Kriegsheft, Nov. 1914, S. 50f.

Insgesamt wird man sagen können, dass der Kriegsbeginn von einer vielschichtigen Stimmungsentwicklung geprägt war, in der Äußerungen von Begeisterung, Verunsicherung und Verzweiflung sich oft auch in ein und derselben Person verbanden und im Ergebnis eine zwar nicht unbedingt begeisterte, aber schließlich doch entschlossene Kriegsstimmung vorherrschte.

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5 comments

  1. Gallic Rooster
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    Das 20. Jahrhundert wird von einigen auch als das Jahrhundert der Weltkriege bezeichnet, denn innerhalb weniger Jahrzehnte wurde die Welt von zwei großen Kriegen erschüttert. Der Erste Weltkrieg, in den die Mehrheit der Soldaten mit großer Kriegsbegeisterung zog, endete in der Katastrophe. Viele neue Vernichtungswaffen wie Panzer und Giftgas kamen erstmalig zum Einsatz, über 15 Millionen Menschen starben

  2. Joschua Schwarz
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    Vor 100 Jahren, im Jahr 1914, begann in Europa der Erste Weltkrieg. Es war ein entsetzlich grausamer Krieg, bei dem über vierzehn Millionen Menschen starben. Am Ende des Kriegs lag Europa in Schutt und Asche. Dörfer, Städte und ganze Landstriche waren vernichtet, die Industrie zerstört, Millionen von Menschen verwundet und traumatisiert.

  3. Jan Schaldach
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    Auslöser des Krieges war die Ermordung des österreichisch-ungarischen Thronfolgers durch serbische Nationalisten. Daraufhin erklärte Österreich-Ungarn mit der Unterstützung Deutschlands Serbien den Krieg

  4. Lily McMillan
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    Vor dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) sah Europa noch ganz anders aus als heute. Es gab verschiedene Großmächte, die gegeneinander um die Vormacht stritten. 1879 schlossen sich das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn zu einem Bündnis zusammen. Sie wollten gewappnet sein, falls es zu einem Angriff durch Russland kommen sollte.

  5. Free Spirit
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    Egal, ob Plakate, Flugblätter, Zeitungen, Postkarten, Illustrierte oder Kinos – die Bilder des Kriegs waren überall zu sehen. Selbst in Schulbüchern und Kinderzimmern war der Krieg zu Hause. Die Massen lenken Der Erste Weltkrieg war der erste moderne Krieg, der die gesamte Bevölkerung in allen kriegführenden Staaten in die Kriegsanstrengungen einbezog.

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