DIE OSTALGIE hat eigenen Geschmack

DIE OSTALGIE  hat eigenen Geschmack
ЭТУ ПУБЛИКАЦИЮ ПРОЧИТАЛИ  90%  ПОСЕТИТЕЛЕЙ.

DIE OSTALGIE hat eigenen Geschmack

    Germany     Great Britain  Europe       Russia          USA   

 GEOMETR.IT       dspace.unive.it

 

Einige Jahre nach der Wiedervereinigung zeigt sich das Phänomen „Ostalgie“ in einem Revival der alten östlichen Marken; in einem Wiederaufblühen der Produkte, die mit der Wende durch die Neuheit der westlichen Waren ersetzt worden waren.

 „In Handel Ostdeutschlands waren seit 1991 auch allmählich wieder Produkte im Angebot, die in Ostdeutschland produziert wurden. […] Zudem war die Phase des neugierigen Ausprobierens beendet. Eine Studie über die Marktpräsenz einheimischer Frischwaren im Sortiment des Lebensmittelhandels im Jahr 1993 stellte fest, dass in jedem zweiten Geschäfts Sachsens der Anteil sächsischer Frischwaren um die 40% lag“.

Eine wichtige Rolle wurde von den Medien, der Werbung und den kommerziellen Angeboten gespielt, die mit gezielten und wirkungsvollen Schlagworten die Erinnerung in den Menschen wieder zu erwecken suchten. Das Ziel war, die alten Produkte wieder auf den Markt zu bringen und den Ossis ein Zugeh.rigkeitsgefühl ihrer Vergangenheit gegenüber wiederzugeben.Diese Produkte wurden in der Qualität verbessert; modernisiert wurden auch das Etikett und die Werbegrafik, auch wenn sie grundsätzlich Wiedererkennungswert hinsichtlich des Geschmacks haben mussten.

Damit „“die Produkte von früher“ wiedererkannt wurden, wurden sie dementsprechend beworben“. Die Produktwerbung sollte die Verlustgefühle und die positiven Erinnerungen an die DDR berühren. Ein Beispiel sind die filterlosen Zigaretten Karo, die während der DDR die Zigarette der Dissidenten und Künstler waren; ihre Qualität hatte immer als schlecht gegolten, aber „im Jahr 1991 versprach ein Werbe-Slogan für die Karo, dass man mit Karo-Rauchen einen «Anschlag auf den

Einheitsgeschmack!» verüben könne“.65 Der Zweck war klar, weil die Werbung zeigte wie die alten Produkte, die einst nur als Ersatzmittel von minderer Qualität im Vergleich zu den westlichen Produkten betrachtet wurden, jetzt als echt und authentisch wieder geschätzt wurden.

 „Zu DDR-Zeiten galten viele Erzeugnisse einheimischer Produktion als schlechte Kopien, Surrogate der westdeutschen Originale. Die weiß-blaue Florena  galt halt nur als die Ost-Nivea. „Richtiger“ Kaffee kam aus dem Westen, ebenso wie die „richtige“ Schokolade oder Zigaretten. Nun wird die Sache ins Gegenteil verkehrt: Die Ostprodukte sind die echten, unverfälschten. Die Zigaretten sind nicht parfümiert, die Brötchen nicht „aufgeblasen“, das Bier kräftigherb und die Wurst ist nicht „light“, sondern „knackig“.“

Im Jahr 1997 wurde sogar der Kaffee Rondo aufgewertet, der in der DDR als geschmacklos angesehen war; auch andere Produkte kamen wieder in Mode, wie die Schokolade Knusperflocken, der Kaffe Mocca-fix, die Club-Cola, die Zigarette Cabinett und der Sekt Rotkäppchen.

Aber ein Jahr nach dieser Umfrage trat ein radikaler Wechsel der Meinung ein, die Nachfrage und daher der Verkauf von Ost-Kaffee steigerten sich. Ost- Produkte wurden wieder hergestellt, nachdem sie – wie zum Beispiel die Schlager-Sü.tafel Bambina – wegen der Nachfrage von West-Produkten ins Stocken geraten waren.

Diese Wiedergeburt der DDR- Produkte konnte eine Antwort auf die Entwertung des Alltags in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik sein. Die Verbraucher identifizierten sich mit dem vergangenen Leben in der DDR, indem sie sich zu den Produkten und Marken, die an der Tagesordnung waren, bekannten und ihnen besondere Wichtigkeit beimaßen. Ein anderer interessanter Aspekt ist, dass diese Produkte nicht nur die Wurzeln der DDR zurück gewinnen wollen, sondern auch einen direkten Bezug auf die sozialistische Ideologie und auf ihre

Symbole markieren. Thomas Ahbe nennt das Beispiel des neuen Biers Roter Oktober, für das im Jahr 1999 geworben wurde. Der Werbeslogan und das Etikett verfolgten offensichtlich diesen Zweck:

wie man in dem Bild unten sehen kann, ist das Etikett rot; oben ist eine Ährenkrone, in der ein sowjetischer Stern steht. Der Biername ist in Großbuchstaben geschrieben und das R ist verkehrt herum wie das kyrillische «» dargestellt. Der Slogan fragt „Heute schon Genossen?“ und spielt über die Duplizität des Ausdrucks «Genossen», der als Verb das Partizip Perfekt von genießen ist und als Substantiv (mit dem Großbuchstaben) sich auf das politische und kommunistische Wort «Freund»

bezieht. Und natürlich bezieht sich der Name des Biers auf die große sozialistische Revolution.

Die Wiederverwertung dieser Produkte wurde am Anfang von den Ossis mit Begeisterung gefeiert, aber es sind nur wenige Bürger, die noch heute nur Ostprodukte kaufen; für die Jugendlichen sind sie eine postmoderne Konsummöglichkeit, um sich die Gegenstände des Alltags ihrer Eltern wieder anzueignen, oder eine Mode.

Zwar gibt es viele Geschäfte und Webseiten, die diese Produkte und andere Erinnerungsstücke anbieten, aber richtige Ostalgiker, die in einer Wohnung sitzen, die als ein Mausoleum der DDR erscheint, gibt es kaum; die meisten heben lieber verschiedene Objekte, die ihr eigenes Leben gezeichnet haben, auf; oder es suchen DDR- Freunde Produkte, Objekte, Möbel und Symbole der Zeit, um sie zu sammeln. Ich glaube, dass solche Gegenstände an eine schöne Erinnerung gebunden sind und sich in einiger Zeit in den Supermarkt-Regalen oder auf einem Flohmarkt befindenwerden.

Es ist normal, dass man ein nostalgisches Gefühl bei der Wiederentdeckung des Alten empfindet; man ist versucht, den Gegenstand zu kaufen, um die alten Gefühle wieder zu erwecken.

http://dspace.unive.it

* * *

GEOMETR.IT

ВЕНГРИЯ и СОРОС-ЗЛОДЕЙ 21.12.2017

ПОЛЬША и АННА КАРЕНИНА 21.12.2017

ВЫШЕГРАД. Покажет ли он твердый средний палец унылой ЕВРОПЕ?  21.12.2017

В 2018 году НАЧИНАЕТСЯ ПРОШЛОЕ или Будущее? 21.12.2017

ИНТИМНЫЙ УЖИН и ТРУБОПРОВОД 21.12.2017

Ukraine strikes back 21.12.2017

Polityka europejska a Powstanie Warszawskie  21.12.2017

Poland is an Example Again 21.12.2017

Ukraine. Eine erinnerungskulturelle Zerreißprobe 21.12.2017

Polen will nicht für Multi-Kulti sterben  21.12.2017

GEOMETR.IT

, , , , , , , , ,

3 comments

  1. Alarm
    Ответить

    Wer heute in Deutschland Teenager ist, wurde lange nach der deutschen Einheit geboren. Viele haben ein bestimmtes Vorurteil gegenüber der ehemaligen DDR: Es gab wenig zu essen. Aber hungern musste in der DDR bestimmt keiner. Es gab eine Grundversorgung, wenn auch wenig Abwechslung und Auswahl. Im Osten hat sich eine völlig andere Esskultur entwickelt, die zur deutschen Geschichte gehört.

  2. Kowalczyk
    Ответить

    Viel hat man über die DDR zu Schulzeiten gelernt, aber dieses Wissen ist längst passiv geworden. So ist es immer wieder toll, durch Filme und die dazugehörige Recherche dieses Wissen wieder aufzufrischen.

  3. Alarm
    Ответить

    Viele der typischen Ostprodukte, wie Schlager-Süßtafel oder Spirelli Nudeln aus Riesa gibt es auch heute noch zu kaufen. Die Fabriken produzieren immer noch, oder wieder. Zwar werden heute andere Zutaten verwendet, aber Ostalgie ist anscheinend immer noch aktuell.

Добавить комментарий

Ваш e-mail не будет опубликован.