Erster Weltkrieg. DAS ULTIMATUM AN SERBIEN -2

23.08.2016
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1914 WAR, Conflicts, Europe, Euroskepticism, Geopolitics, Nation, Person
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Erster Weltkrieg. DAS ULTIMATUM AN SERBIEN -2
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Erster Weltkrieg. DAS ULTIMATUM AN SERBIEN -2

GEOMETR.IT  ersterweltkriegheute.de

  1. VERÖFFENTLICHUNG EINER ERKLÄRUNG DURCH DIE SERBISCHE REGIERUNG

“Um diesen Verpflichtungen einen feierlichen Charakter zu geben,” verlangte Österreich-Ungarn in seinem Ultimatum vom 23. Juli 1914, dass Serbien drei Tage später “nachfolgende Erklärung” zu veröffentlichen habe:

„Die k. Serbische Regierung verurteilt die gegen Österreich-Ungarn gerichtete Propaganda, das heißt die Gesamtheit jener Bestrebungen, deren letztes Ziel es ist, von der österreichisch-ungarischen Monarchie Gebiete loszutrennen, die ihr angehören, und sie bedauert aufrichtigst die grauenhaften Folgen dieser verbrecherischen Handlungen. 

Die k. Serbische Regierung bedauert, daß serbische Offiziere und Beamte an der vorgenannten Propaganda teilgenommen und damit die freundnachbarlichen Beziehungen gefährdet haben, die zu pflegen sich die k. Regierung durch ihre Erklärung vom 31. März 1909 feierlichst verpflichtet hatte. 

Die k. Regierung, die jeden Gedanken oder jeden Versuch einer Einmischung in die Geschicke der Bewohner was immer für eines Teiles Österreich-Ungarns mißbilligt und zurückweist, erachtet es für ihre Pflicht, die Offiziere, Beamten und die gesamte Bevölkerung des Königreiches ganz ausdrücklich aufmerksam zu machen, daß sie künftighin mit äußerster Strenge gegen jene Personen vorgehen wird, die sich derartiger Handlungen schuldig machen sollten, Handlungen, denen vorzubeugen und die zu unterdrücken sie alle Anstrengungen machen wird.“ Diese Erklärung wird gleichzeitig zur Kenntnis der k. Armee durch einen Tagesbefehl Sr. M. des Königs gebracht und in dem offiziellen Organe der Armee veröffentlicht werden.”

III. VERBOT ANTI-ÖSTERREICHISCHER PRESSE 

Serbien hatte laut dem Ultimatum “jede Publikation zu unterdrücken, die zum Haß und zur Verachtung der Monarchie aufreizt, und deren allgemeine Tendenz gegen die territoriale Integrität der letzteren gerichtet ist”.

  1. AUFLÖSUNG DER RADIKALEN SERBISCH-NATIONALISTISCHEN GRUPPE NARODNA ODBRANA 

Österreich-Ungarn verlangte von Serbien “sofort mit der Auflösung des Vereines »Narodna Odbrana« vorzugehen, dessen gesamte Propagandamittel zu konfiszieren und in derselben Weise gegen die anderen Vereine und Vereinigungen in Serbien einzuschreiten, die sich mit der Propaganda gegen Österreich-Ungarn beschäftigen; die k. Regierung wird die nötigen Maßregeln treffen, damit die aufgelösten Vereine nicht etwa ihre Tätigkeit unter anderem Namen oder in anderer Form fortsetzen”.

  1. VERHINDERUNG ANTI-ÖSTERREICHISCHER ERZIEHUNG AN SERBISCHEN SCHULEN

Die serbische Regierung wurde dazu aufgefordert “ohne Verzug aus dem öffentlichen Unterricht in Serbien, sowohl was den Lehrkörper als auch die Lehrmittel betrifft, alles zu beseitigen, was dazu dient oder dienen könnte, die Propaganda gegen Österreich-Ungarn zu nähren.”

  1. ENTLASSUNG ANTI-ÖSTERREICHISCH EINGESTELLTER OFFIZIERE

Serbien hatte “aus dem Militärdienst und der Verwaltung im allgemeinen alle Offiziere und Beamten zu entfernen, die der Propaganda gegen Österreich-Ungarn schuldig sind, und deren Namen unter Mitteilung des gegen sie vorliegenden Materials der k. Regierung bekanntzugeben sich die k. und k. Regierung vorbehält.”

VII. EINBINDUNG VON ORGANEN DER K. U. K. REGIERUNG BEI DER KONTROLLE ANTI-ÖSTERREICHISCHER STRÖMUNGEN IN SERBIEN

Österreich-Ungarn forderte sein Nachbarland dazu auf “einzuwilligen, daß in Serbien Organe der k. und k. Regierung bei der Unterdrückung der gegen die territoriale Integrität der Monarchie gerichteten subversiven Bewegung mitwirken” dürften.

VIII. STRAFRECHTLICHE VERFOLGUNG DER ATTENTÄTER VON SARAJEVO UNTER EINBEZIEHUNG VON K. U. K. DELEGIERTEN

Serbien hatte “eine gerichtliche Untersuchung gegen jene Teilnehmer des Komplotts vom 28. Juni einzuleiten, die sich auf serbischem Territorium befinden; von der k. und k. Regierung hierzu delegierte Organe” sollten “an den bezüglichen Erhebungen teilnehmen” dürfen.

 IX   VERHAFTUNG DER STAATSBEAMTEN TAKOSITSCH UND CIGANOVISCH

1E

Der serbische Offizier Vojislav “Takositsch” (eigentlich Tankosić geschrieben) war führendes Mitglied der Untergrundorganisation Schwarze Hand und half laut der österreichisch-ungarischen Untersuchung zum Attentat von Sarajevo bei der Vorbereitung des Attentats von Sarajevo mit.

Konkret verlangte Österreich-Ungarn “mit aller Beschleunigung die Verhaftung des Majors Voija Takositsch und eines gewissen Milan Ciganovitsch, serbischen Staatsbeamten, vorzunehmen, welche durch die Ergebnisse der” von Österreich-Ungarn durchgeführten Untersuchung zum Attentat von Sarajevo“kompromittiert sind”.

  1. BEHÖRDLICH ZUGELASSENEN WAFFENSCHMUGEL UNTERBINDEN 

Österreich-Ungarn erwartete von Serbien “durch wirksame Maßnahmen die Teilnahme der serbischen Behörden an dem Einschmuggeln von Waffen und Explosivkörpern über die Grenze zu verhindern”.

  1. VERHAFTUNG DER GRENZBEAMTEN, DIE DEN ATTENTÄTERN VON SARAJEVO BEIM SERBISCH-BOSNISCHEN GRENZÜBERTRITT BEHILFLICH WAREN 

“Jene Organe des Grenzdienstes von Schabatz und Losnitza, die den Urhebern des Verbrechens von Sarajevo bei dem Übertritt über die Grenze behilflich waren” waren laut der österreichisch-ungarischen Forderungen vom 23. Juli 1914 “aus dem Dienste zu entlassen und strenge zu bestrafen”.

XII. ENTSCHULDIGUNG FÜR ANTI-ÖSTERREICHISCHE ÄUSSERUNGEN SERBISCHER FUNKTIONÄRE NACH DEM ATTENTAT VON SARAJEVO

Serbien wurde dazu aufgefordert “der k. und k. Regierung Aufklärungen zu geben über die nicht zu rechtfertigenden Äußerungen hoher serbischer Funktionäre in Serbien und im Auslande, die, ihrer offiziellen Stellung ungeachtet, nicht gezögert haben, sich nach dem Attentat am 28. Juni in Interviews in feindlicher Weise gegen Österreich-Ungarn auszusprechen.”

  1. Welche Bedeutung hatte das österreichisch-ungarische Ultimatum an Serbien vom 23. Juli 1914? 

Die acht Repräsentanten des österreichisch-ungarischen Ministerrats, die das Ultimatum an Serbien verfasst hatten, nahmen bewusst in Kauf, dass Serbien den harten Forderungen vermutlich nicht nachkommen können würde, da die Bedingungen des Ultimatums für einen souveränen Staat praktisch nicht annehmbar waren.

Österreich-Ungarn wollte damit sicherstellen, dass es einerseits zum Krieg mit Serbien kam, womit die Doppelmonarchie hoffte ihre seit vielen Jahren bestehenden Probleme auf dem Balkan ein und für alle Mal zu lösen und das eigene Fortbestehen als Vielvölkerstaat zu sichern. Andererseits wollte Österreich-Ungarn durch das vorhersehbare Scheitern Serbiens bei der Erfüllung der Forderungen im Ultimatum vom 23. Juli 1914 der internationalen Staatengemeinde zeigen, dass die Schuld am Ausbruch dieses Krieges allein bei Serbien lag.

Die Gefahr einer Ausweitung des Konflikts, vor allem aufgrund der Interessen des Russischen Kaiserreichs auf dem Balkan, wurde dabei von den verantwortlichen Politikern in Österreich-Ungarn und im verbündeten Deutschen Kaiserreich weitgehend unterschätzt. Der stellvertretende serbische Regierungschef Paču, der das Ultimatum von Baron Giesl im serbischen Außenministerium am späten Nachmittag des 23. Juli 1914 in Empfang genommen hatte, sorgte dafür, dass das russische Außenministerium noch am selben Abend vom “absolut inakzeptablen Ultimatum” erfuhr, das Österreich-Ungarn an Serbien übergeben hatte.

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6 comments

  1. Wahrsagerin
    Ответить

    Für das kaiserlich deutsche Militär galt das Attentat in Sarajewo am 28. Juni 1914 aus einem ganz anderen, einem dunklen Grunde als Gefahr, die bis heute n. m. E. nicht erforscht ist, nämlich, dass der Bündnispartner,die k.u.k. Donaumonarchie, in einen inneren, vielleicht in einen regional begrenzten Konflikk auf Jahre verwickelt wurde, geschwächt, für den Großen Wurf eines Völkerringens um Hegemonie in Europa in der Welt nicht mehr zur Verfügung stand

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