Moldawien kämpft mit sich selbst

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Ein schwieriges Jahr hat die Republik Moldau 2015 bereits hinter sich. Für 2016 stehen die Zeichen kaum günstiger. Positive Perspektiven entspringen eher dem Prinzip Hoffnung. Können die politischen Probleme einer Lösung nähergebracht werden, kann sich das Land den notwendigen Strukturreformen widmen und wieder auf einen Wachstumskurs einschwenken. Unterstützung durch die EU bei Modernisierung und Ausbau der Infrastruktur steht bereit. Unter diesem Blickwinkel bleibt das Land interessant.

Die Republik Moldau befindet sich in unruhigem Fahrwasser. Die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen sind erheblich. Nach drei gescheiterten Regierungen 2015 sucht auch der am 20.1.16 eingesetzte Premierminister Pavel Filip Unterstützung im Westen. Diese kann er jedoch nur gewinnen, wenn er sichtbar und erfolgreich einen pro-europäischen Reformkurs steuert. Anhaltende, parteiübergreifende Massendemonstrationen richten sich vor allem gegen Korruption und fordern vorgezogene Neuwahlen. Wirtschaftliche Prognosen stehen in dieser verworrenen Situation unter starken Vorbehalten.

Politische Unsicherheit, die Auswirkungen eines großvolumigen Bankbetruges, ein schwieriges externes Umfeld mit rückläufigem Außenhandel und schrumpfenden Gastarbeiterüberweisungen sowie ungünstige Witterungsbedingungen haben die Wirtschaftsentwicklung im Jahresverlauf 2015 zusehends geprägt. Die Inflation beschleunigte sich deutlich auf 13,6% zum Jahresende, während ein auf 19,5% angehobener Leitzins den Druck auf den Außenwert der Währung, die Devisenreserven und die Preisentwicklung eindämmen soll.

Wirtschaftliche Entwicklung 2015 bis 2017 (reale Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %) 1) 

2015 2) 2016 3) 2017 3)
BIP -1,8 +1,5 +3,5
Einfuhr von Waren und Diensten -3,7 +3,0 +3,2
Bruttoanlageinvestitionen -15,0 +0,0 +2,7
Privater Verbrauch -3,0 +2,5 +3,9

1) Ohne Transnistrien und Stadt Bender; 2) Schätzung; 3) Prognose

Quelle: Internationaler Währungsfonds (IWF)

Die Dürre 2015 zog einen Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion um etwa 14% nach sich, wobei einem Zuwachs der tierischen Erzeugung um 2% ein Minus beim Pflanzenbau um 23% gegenüberstand. Während das landwirtschaftliche BIP laut IWF-Schätzung um 10% schrumpfte, blieb das nicht-landwirtschaftliche (-0,6%) vergleichsweise stabil. Die Perspektiven für 2016 sind mit erheblichen Abwärtsrisiken behaftet. Neben politischen Unwägbarkeiten ist eine wirtschaftliche Erholung eng mit Transfers aus dem Ausland und damit der weiteren Entwicklung in Russland sowie den Witterungsbedingungen verknüpft.

Wirtschaftliche Eckdaten

Indikator 2014 2015 Vergleichsdaten Deutschland 2014
BIP (nominal, Mrd. US$) 8,0 6,3 2.916
BIP pro Kopf (US$) 2.398 1.772 36.041
Bevölkerung (Mio.) 3,56 3,56 80,9
Wechselkurs (1 US$ = MDL)*) 14,0 19,0

*) Moldauischer Leu (MDL)

Quelle: IWF

Investitionen gehen deutlich zurück 

Die politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten haben sich 2015 erheblich auf die Investitionstätigkeit ausgewirkt. Der IWF geht für 2015 von einer Schrumpfung um 15% aus und rechnet für 2015 mit einer Stagnation. Die öffentlichen Investitionen (-18,4%) litten unter niedrigeren als erwarteten Budgeteinnahmen, während externe Geber ihr Engagement zurückfuhren. So wurde in den ersten neun Monaten 2015 gerade die Hälfte der investiven Budgetansätze realisiert. Finanzierungsengpässe werden auch im laufenden Jahr die öffentlichen Investitionen (-7,0%) negativ bestimmen. Hiervon sind selbst dringende und absolut notwendige Vorhaben betroffen.

Die privaten Investitionen (2015: -13,3%) spiegeln den Vertrauensverlust der Unternehmen wider. Weitere Negativfaktoren sind die schwache Binnennachfrage und die begrenzte Kreditvergabe bei hohen Zinssätzen. Im Zuge einer erhofften allgemeinen Konsolidierung ist laut IWF 2016 ein leichter Zuwachs (+3,5%) möglich. Die Bruttoanlageinvestitionen bewegen sich bei 21,5% des BIP. Davon entfallen zwei Drittel auf den privaten Sektor. Die ausländischen Direktinvestitionen (netto) liegen 2015 (2016) bei 213 (204) Mio. US$ beziehungsweise bei 3,4 (3,2)% des BIP.

Fortschritte bei Projekten hängen besonders von der weiteren politischen Entwicklung ab. Zu den Großvorhaben zählt die Verlängerung der Gasverbindung Iasi (Rumänien) — Ungheni zur Hauptstadt der Republik Chisinau für etwa 85 Mio. Euro. Weitere von der EU beziehungsweise der Europäischen Investitionsbank und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung avisierte Aktionsfelder betreffen Energie (-effizienz) und Umwelt, so Abfallmanagement (200 Mio. Euro), Wasserversorgung Chisinau (59 Mio. Euro) oder auch die Restrukturierung der Eisenbahn (rund 100 Mio. Euro).

Konsum noch schwach

Die Konsumausgaben der privaten Haushalte dürften laut IWF 2015 um 3% gesunken sein — mit erwarteter leichter Erholung im laufenden und im Folgejahr. Verantwortlich zeichnen der Rückgang der Auslandsüberweisungen und die Abwertung des MDL und des Rubel besonders gegenüber dem US-Dollar.

Dies schlug sich auch in deutlich rückläufigen Wareneinfuhren nieder. Die Einzelhandelsumsätze gingen in den ersten drei Quartalen 2015 um 4,5% zurück. Die positive Entwicklung des privaten Verbrauchs basierte in den vergangenen Jahren auf den Rücküberweisungen der vor allem in Russland tätigen Moldawier. Sie belaufen sich 2015 immer noch auf rund 20% des BIP.

Im Jahr 2015 lagen die Gastarbeiterüberweisungen (netto) bei 1.129 Mio. US$ (-30%). Sie sollen sich in den kommenden Jahren langsam erholen. Inländische Faktoren wie steigende Beschäftigung und höhere Löhne in produktiven Wirtschaftsbereichen spielen nur eine untergeordnete Rolle und begünstigen eine Anfälligkeit für externe Shocks. Die monatlichen Durchschnittslöhne steigen zwar nominal in Landeswährung (2014/2015/2016: 4.172/4.575/5.122 MDL), sinken aber erheblich auf Dollarbasis (297/239/240 $). Bis 2020 (282 $) wird das Niveau von 2014 nicht wieder erreicht.

Die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben je Person beliefen sich laut Statistikamt im 3.Quartal 2015 auf 2.138 MDL. Die größten Anteile hielten dabei Nahrungsmittel (41,4%), Wohnen (18,8%) sowie Bekleidung und Schuhe (12,1%). Die Lebensmittel-Einzelhandelskette Kaufland plant nach Angaben ihrer rumänischen Niederlassung die Eröffnung von sechs Verkaufspunkten in der Hauptstadt Chisinau, beginnend mit der ersten Filiale 2018.

Außenhandel geschrumpft 

Die Schwäche bei Verbrauch und Investitionen führte zusammen mit der erfolgten Abwertung des MDL 2015 zu einem deutlichen Abbau des Handelsbilanzdefizits. So schrumpfte der kleinere Exportwert geringer als der weit höhere Importwert. Hauptlieferland war in den ersten elf Monaten 2015 Rumänien mit 518,9 Mio. US$ (-30,9%), gefolgt von Russland (476,7 Mio.US$; -23,5%), der Ukraine (338,6 Mio.US$; -33,4%), China (329,6 Mio.US$; -22,9%), Deutschland (295,1 Mio.US$; -23,7%) und der Türkei (260,5 Mio.US$; -4,7%). Alle Haupteinfuhrpositionen verbuchten einen zweistelligen Rückgang.

Außenhandel der Republik Moldau (in Mio. US$; Änderung im Vergleich zum Vorjahr in %) *)

2013 2014 Januar bis November 2015 Änderung Januar bis November 2015/14
Importe 5.492,4 5.316,0 3.634,2 -24,5
Exporte 2.428,0 2.339,5 1.803,4 -16,4
Handelsbilanzsaldo -3.054,4 -2.976,5 -1.830,8 -31,0

*) Ohne Transnistrien und Stadt Bender

Quelle: Statistikamt der Republik Moldau (BNS), http://www.statistica.md

Die wichtigste Ausfuhrposition stellt die Gruppe der Nahrungsmittel und lebenden Tiere mit einem Wert von 452 Mio. US$ ( Anteil: 25,1%). Der größte Teil der Exporte (62,1%) ging im Zeitraum Januar bis November 2015 in die EU, auf die GUS-Staaten entfielen 25,2%. Bei den Importen führte die EU (49,5%). Die wichtigsten Außenhandelspartner waren Rumänien mit einem Anteil von 17,2%, Russland (12,9%), Italien (8,0%) und Deutschland (7,4%).

Einfuhr nach Warengruppen (in Mio. US$; Änderung im Vergleich zum Vorjahr in %) 

SITC Warengruppe 2013 2014 Jan.-Nov. 2015 Änderung Jan-Nov. 2015/14
0 Nahrungsmittel/lebende Tiere 568,46 543,19 382,9 -12,2
5 Chemische Erzeugnisse 782,30 796,90 566,1 -11,9
.51 Organische Chemikalien 15,05 14,58 11,4 -15,5
.54 Arzneimittel 260,70 275,00 167,6 -30,8
.57 Kunststoffe in Primärformen 58,79 61,12 46,2 -18,9
6 Vorerzeugnisse 997,05 992,30 744,3 -19,0
.67 Eisen/Stahl 134,90 132,97 94,8 -13,3
7 Maschinen und Fahrzeuge 1.129,05 1.123,74 749,7 -24,2
.71 Kraftmaschinen 18,51 15,30 12,2 -13,1
.72 Arbeitsmaschinen 149,99 188,18 109,0 -27,0
.74 Spezialmaschinen 172,53 162,20 121,6 -16,2
.77 Elektrische Maschinen 347,55 316,21 243,8 -14,3
.78 Kraftfahrzeuge 255,86 252,52 151,4 -34,9
8 Fertigerzeugnisse 495,46 481,86 336,5 -33,0
.87 Mess- und Regeltechnik 61,93 64,26 48,6 -13,8

Quelle: Statistikamt der Republik Moldau (BNS)

http://www.gtai.de

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5 Comments

  1. Moldau braucht eine personelle Erneuerung, diese Ansicht vertreten auch die Teilnehmer der Massenproteste in Moldau unabhängig davon, ob sie „pro-europäisch“ oder „pro-russisch“ sind.

  2. moldauische Oligarchen haben wegen ihrer undurchsichtigen geschäftlichen Verflechtungen mit Russland wenig Interesse an einem EU-Integrationsprozess. Inbegriff dieser Elite ist der Geschäftsmann Vlad Plahotniuc, 49, die graue Eminenz der Demokratischen Partei und einer der wichtigsten Strippenzieher in der Moldau-Republik.

  3. Aussenpolitisch wird nicht nur militärisch interveniert sondern auch mittels Rohstoffen halb Europa in Geiselhaft genommen. Es zeigt sich wie wichtig NATO und eine unabhängige Energieversorgung sind.

  4. moldauische Oligarchen haben wegen ihrer undurchsichtigen geschäftlichen Verflechtungen mit Russland wenig Interesse an einem EU-Integrationsprozess. Inbegriff dieser Elite ist der Geschäftsmann Vlad Plahotniuc, 49, die graue Eminenz der Demokratischen Partei und einer der wichtigsten Strippenzieher in der Moldau-Republik.

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