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* Die Schleimspuren europäischer Wirtschaftsführer. Das spannende Protokoll eines denkwürdigen Treffens mit Trump in Davos.

 

Am 25. Januar 2018 gab es in Davos am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF) ein denkwürdiges Treffen. Auf Einladung des US-Präsidenten Donald Trump trafen sich 15 europäische Wirtschaftsbosse mit dem US-Präsidenten. Der WEF-Initiator und WEF-Präsident Klaus Schwab durfte auf einem Klappsitz Platz nehmen. Zu den Teilnehmern und dem Hintergrund bei einzelnen Unternehmen siehe Teil II. Insgesamt ein bemerkenswertes Sittengemälde. Albrecht Müller.

Faktisch ging es den Bossen der europäischen Konzerne nur um eines: sich beim US-Präsidenten einzuschleimen, die eigene Präsenz auf dem US-Markt zu betonen und nach neuen Aufträgen zu gieren.

In einem ungewöhnlichen Schritt veröffentlichte das Weiße Haus unmittelbar nach dem Event eine Abschrift der Tonbahnaufzeichnung von dem Treffen. Es handelte sich offensichtlich um eine Textfassung, die mit den Beteiligten nicht abgestimmt wurde; an mehr als zwei Dutzend Stellen in der Abschrift steht „inaudible“ („nicht verständlich“).

Wir veröffentlichen im Folgenden als Teil I das Wortprotokoll erstmals in einer ungekürzten Fassung (zwei Miniauslassungen werden in Anmerkungen[2] erklärt. Eine gekürzte Fassung wurde im aktuellen Heft von Lunaparkt21, Zeitschrift zur Kritik der globalen Ökonomie veröffentlicht. Die Übersetzung besorgte Winfried Wolf, Chefredakteur von Lunapark21. In runde Klammer gesetzte Teile im Text befinden sich so im Wortprotokoll wie vom Weißen Haus veröffentlicht. In eckige Klammern [] gesetzte Passagen wurden vom Übersetzer eingefügt und sind mit „W.W.“ gekennzeichnet.

Bitte beachten Sie die Hinweise zu einigen Unternehmen und zur US-Steuerreform in einem ebenfalls von Winfried Wolf verfassten Beitrag, den wir in Teil II publizieren; diese Information liefern für wichtige Teile der „Davos-Trump-Protokolle“ erst die erforderliche Würze.

Teil I:

The Trump-Davos-Files.

Protokoll einer denkwürdigen Veranstaltung.

Trump mit kapitalen Freunden in Davos

THE PRESIDENT: Zunächst möchte ich mich bei allen bedanken. Die Bereitschaft, hierher zu kommen, die wir und die Vereinigten Staaten erlebten, war unglaublich groß. Um diesen Tisch herum sitzen einige der großartigsten Wirtschaftsführer der Welt, einige der größten Unternehmen der Welt. Ich kann mir wohl keinen anderen Ort und keine andere Zeit vorstellen, wo es eine solche Ansammlung von Wirtschaftsführern mit dieser Statur gab.

Und ich dachte, was ich zuallererst mache: Ich möchte mich bei dem Professor für den fantastischen Job bedanken, den er macht. Klaus [Schwab; Organisator des World Economic Forum; W.W.] danke vielmals. Du hast wirklich Herausragendes gemacht. All das auf diesem Niveau über all die Jahre hinweg zusammenzubringen, gereicht dir, deiner ganzen Gruppe und deiner Familie zur Ehre. Also danke vielmals. Es ist eine Ehre hier die Vereinigten Staaten zu repräsentieren.

Mr. SCHWAB: Danke, Mr. President!

THE PRESIDENT: Wir erfahren eine große Wärme, ein großes Maß an Respekt für unser Land. Und vor allem viel Geld – Milliarden und Milliarden Dollar, die in die USA strömen. Die Leute sind wirklich glücklich über das, was wir getan haben, nicht nur hinsichtlich der Steuerreform, auch hinsichtlich des Abbaus an Regulierung, und ich glaube auch, weil wir Cheerleader für unser Land sind. Wenn du nämlich Cheerleader bist für dein Land oder deine Firma, dann wird es gut gehen – was auch immer sonst passieren mag. Und das ist es, was ich bin. Das ist es, was meine ganze Gruppe ist.

Jetzt beginne ich mal auf meiner linken Seite. Und dann geht es rund. Hier haben wir einen der ganz großen Weltwirtschaftsführer. Sagen Sie ein paar Worte über Ihre Firma und was immer Sie so vorhaben. Na los.

Mr. KAESER: Danke, Mr. President. Danke für die Einladung heute. Offensichtlich arbeite ich für Siemens. Wir haben 56.000 Leute, die in den USA arbeiten; 34 Milliarden US-Dollar Umsatz. Also wirklich: Gratulation zu Ihrer Steuerreform! Sie sagten, dass Sie das machen würden.

THE PRESIDENT: Ja, das sagten wir. Und übrigens, wenn er sagt, er arbeite für Siemens … er ist der Chef von Siemens. Aber das geht schon in Ordnung. (Gelächter) Das ist eine klasse Art, das so sagen. Aber machen Sie weiter.

Mr. KAESER: Aber arbeiten Sie nicht auch für Ihr Land?

THE PRESIDENT: Yeah! Wir arbeiten für unser Land. Das ist schon richtig.(Gelächter) Das gleiche Ding. Und Siemens geht es gut?

Mr. KAESER: Uns geht es echt gut. Es ist eine Tatsache, dass wir ziemlich viel in dem Land [USA; W.W.] investiert haben. Und seit Sie mit Ihrer Steuerreform Erfolg hatten, beschlossen wir, die nächste Generation mit Gasturbinen in den USA zu entwickeln.

THE PRESIDENT: Oh, was für ein dickes Ding. Wirklich groß! Das ist ja fantastisch!

Mr. KAESER: So ist es!

THE PRESIDENT: Und wo werden die entwickelt?

Mr. KAESER: Charlotte.

THE PRESIDENT: Oh, Charlotte – das ist großartig! Das ist fantastisch. Ok, danke! Wegen Charlotte! Ganz großen Dank – auch für unser Land.

Mr. KAESER: Es war mir ein Vergnügen. Ich danke.

Mr. RENJEN: Mr. President. Ich danke Ihnen hier sein zu können. Punit Renjen von Deloitte. Für 265.000 Beschäftigte, verteilt über den Globus. 70.000 davon in den USA. Nochmals danke, hier sein zu können.

THE PRESIDENT: Großes Unternehmen! Danke vielmals. Großartiger Job!

Mr. RENJEN: Danke Ihnen!

Mr. SCHNEIDER: Mr. President – danke für die Einladung. Mark Schneider CEO von Nestlé. Was viele nicht wissen: Nestlé wurde mitgegründet von amerikanischen Brüdern, die nach dem Bürgerkrieg in die Schweiz kamen. Heute beschäftigen wir 50.000 Leute in den USA. Wir haben 77 Fertigungsstätten. So gut wie alles, was wir verkaufen, kommt von vor Ort. Wir haben 10 Forschungszentren. Und wir sind echt elektrisiert, wie sich der US-Markt entwickelt.

THE PRESIDENT: Den Leute fallen bei Nestlé immer Süßigkeiten ein. Ich habe jedoch neulich gelesen, dass das in Wirklichkeit nur drei Prozent ihres Unternehmens ausmacht. Was ist dann derzeit ihr wichtigstes Produkt?

Mr. SCHNIDER: Kaffee, Babynahrung, Wasser und Tierfutter. Diese sind die … (unverständlich)

THE PRESIDENT: Ja. Sie machen einen echt fantastischen Job. Danke auch. Professor.

Mr. SCHWAB: Ja. In echt (unverständlich). Enorm engagiert auch in den Vereinigten Staaten. Was Sie aber wahrscheinlich nicht wissen. Einer von (nicht verständlich) Belegschaft arbeitet in der (nicht verständlich) … 800 Leute. Das ist wenig verglichen mit euch anderen. Aber einer aus unserem Team arbeitet in New York und in unserem Zentrum für die vierte industrielle Revolution in San Francisco.

THE PRESIDENT: Das ist sehr gut. War dies auch eine erfolgreiche [Tätigkeit; W.W. ] – genau dort?

Mr. SCHWAB: Yeah.

THE PRESIDENT: Lief das alles sehr gut? Weil es echt so aussieht, dass es glatt läuft. Echt viele gute Beziehungen.

Mr. SCHWAB: Yeah! Und es ist sogar mehr als das, was ich vorher erwähnte, Mr. President. Mit dem Weltwirtschaftsforum verfolgen wir eine Herangehensweise an die globale Zusammenarbeit, die sehr vom Business bestimmt wird. Meines Erachtens können viele Dinge schneller und effizienter erledigt werden, wenn Unternehmen involviert sind. Das ist es, was wir machen: Wir bilden Koalitionen zwischen Regierungen, Unternehmen, und, bis zu einem bestimmten Umfang, auch mit der jüngeren Generation. All das, um eine pragmatische Herangehensweise an Global Governance zu praktizieren.

 

Die Veröffentlichung ist kein Leitartikel. Es spiegelt ausschließlich den Standpunkt und die Argumentation des Autors wider. Die Publikation wird in der Präsentation vorgestellt. Beginnen Sie in der vorherigen Ausgabe. Das Original ist verfügbar unter: nachdenkseiten.de/

 

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Davos: vor den Ohren und Augen

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Beim Weltwirtschaftsforum in Davos war meine erste eindrückliche Erkenntnis die Bestätigung von etwas eigentlich zum Gähnen Bekanntem: Konkurrenz belebt das Geschäft.

Die Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch war energisch, voller Tatendrang («Ich fühle, dass wir Druck haben») und klarer strategischer Ansagen. In Auftritt und Aussagekraft nahezu das komplette Gegenteil zu ihrer einschläfernden Neujahrspredigt.

Vor ihr hatte Kanadas Premier Justin Trudeau seine Punkte gemacht, nach ihr folgten Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und US-Präsident Donald Trump — da wäre Merkel mit Weihnachtskranz-Rhetorik vor den Ohren und Augen der Weltwirtschaftselite untergegangen. Jetzt kann man sich ausdenken, was alles möglich wäre, wenn sie mal in Deutschland wieder richtige Kontrahenten hätte.

Zweite Erkenntnis: Politische Führer wie Merkel, Trudeau und Macron haben eine im Kern gegensätzliche Anreizstruktur als viele der Konzernführer im Angestelltenverhältnis. Viele der Top-Manager kamen kaum zum Atmen vor lauter Begeisterung über die ökonomische Großwetterlage:

Die Konjunktur läuft, dieUSAsetzen mit einer Steuersenkung einen drauf und während die Digitalisierung noch im Großen und Ganzen um sich greift, lugen schon die Verheißungen der «Künstlichen Intelligenz» um die Ecke.

Überall Wachstum, mehr Rendite — und damit natürlich auch die Aussicht auf höheres Gehalt.

Trudeau, Merkel und Macron sehen die Sache auch grundsätzlich positiv — weswegen der Davos-erfahrene Chef der Unternehmensberatung Roland Berger, Charles-Edouard Bouée, in den Schweizer Bergen sogar eine «happy family» aus Politik und Wirtschaft ausgemacht hat.

Aber die Staatsführer stellen eben gleichrangig das Risiko daneben: Digitalisierungin der aktuellen Form spalte die Gesellschaft in arm und reich, kundig und unkundig — und werde zum Erstarken radikaler politischer Kräfte führen. Sie machten die Wirtschaftsführer in fast schon bedrohlicher Rhetorik dafür mitverantwortlich, das zu verhindern.

Merkel etwa warnte, es würde sonst zu «Maschinenstürmen» kommen wie in der frühen Form des Kapitalismus. Die «Mega-Begeisterung» von vielleicht zwanzig Prozent der Menschheit für die Möglichkeiten der Digitalisierung reiche nicht aus. Man müsse «alle Menschen mitnehmen».

Das ist richtig, muss sich aber natürlich viel mehr an die Geldgeber als an deren angestellte Manager im Vorstand richten. Trudeau lobte deswegen Larry Fink, Chef von Blackrock, einem der weltgrößten Investoren, der jüngst in einem offenen Brief ungefähr das gefordert hat, was Merkel, Trudeau und Macron wohl meinen.

Europa lag in der ersten Phase des Mobilfunkzeitalters mit Firmen wie Nokia oder Siemens vor den USA (China war damals noch nicht so weit) und setzte die Standards — bis Apple kam.

Nach längerer Pause hat Europa mal wieder bei einem entscheidenden Thema einen echten Vorsprung — eben bei Künstlicher Intelligenz.

Konkurrenz belebt das Geschäft. Wir sollten also bitte in Europa sehr schnell zumindest grob klären, wieviel Künstliche Intelligenz unsere Gesellschaft vertragen will.

Vor Donald Trump streiften dessen Minister Wilbur Ross und Steven Mnuchin durch das World Economic Forum. Sie hatten ihre Message schon beisammen: We are open for business.

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