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Finanz- und Eurokrise

Die großen Finanz- und Eurokrise

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* Diese «fehlgeleiteten Strategie» führte seiner Analyse nach zu «gesunkenen Investitionsquoten in allen westlichen Volkswirtschaften

 

https://www.youtube.com/watch?v=hPq2VDosdgk

 

Müller über das Chaos in Deutschland

Vor fast genau zehn Jahren, am 30. August 2007, erreichten die ersten Ausläufer der großen Finanz- und Eurokrise über ein Existenzbedrohungseingeständnis der inzwischen zusammengebrochenen Industriebank IKB Deutschland.

Aktuell sieht es oberflächlich betrachtet so aus, als ob diese Krise überwunden wäre: Der Euro hat sich nach Kursverlusten wieder erholt — und Medien berichten über den islamistischen Terror oder empören sich über Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump. Janet Yellen, die Präsidenten der amerikanischen Notenbank, meinte unlängst sogar, sie glaube nicht, «dass wir in unserem Leben noch einmal eine Finanzkrise erleben werden».

18 Wirtschaftsnobelpreisträger, die derzeit in Lindau am Bodensee tagen, sind da deutlich skeptischer. In einer Befragung durch die Tageszeitung Die Welt erklärte der schwedischsprachige Finne Bengt Holmström, der den Wirtschaftsnobelpreis im letzten Jahr gewann: «Jedesmal, wenn wir denken, dass es schon keinen Bankrun mehr geben wird, hat sich das Risiko dafür erhöht.»

Systembedingt «unausweichlich»

Sein amerikanische Kollege Eric Maskin, der den Preis 2007 gewann, sieht die Verantwortung dafür auch in Washington: Lockere man dort die Zügel, werde «eine Krise wahrscheinlicher». Für den prognosefreudigeren Makroökonomen Edward C. Prescott, den Nobelpreisträger von 2004 kommt so eine Krise sogar «mit großer Sicherheit […] in nicht allzu ferner Zukunft».

Der Ökonometriker Daniel McFadden, der den Wirtschaftsnobelpreisträger vor 17 Jahren verliehen bekam, sieht solche Krisen als systembedingt «unausweichlich» an, weil es für das Regulieren der «Finanzrisiken», die sich» seinen Worten nach «wie Elektrizität in einem riesigen Netzwerk» bewegen, bislang keine tauglichen Instrumente gibt.

Obwohl EZB-Präsident Mario Draghi in Lindau die Eröffnungsrede hielt, sehen die Wirtschaftsnobelpreisträger die Zukunft seiner Euro-Währung eher finster — mit einer Ausnahme: Der experimentelle Kapitalmarktforscher Vernon Smith, der vor 15 Jahren mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, glaubt, dass sich die EU-Währung «gut entwickeln könnte, weil Amerika im globalen Währungswettbewerb durch Missmanagement des Dollar herausstechen wird».

Edward C. Prescott, der sich wissenschaftlich mit dem Einhalten und Nichteinhalten von Versprechen beschäftigte, gibt sich dagegen «sehr pessimistisch» und meint: «Die Frage ist eigentlich nur, wie viel Schaden [der Euro] dem Euro-Raum vor seinem Kollaps zufügen wird».

Er glaubt, dass sich die seiner Ansicht nach «überschaubaren Vorteile einer Währungsunion einfacher realisieren lassen» indem die einzelnen EU-Mitgliedsländer «ihre Souveränität über Finanzangelegenheiten behalten» und beispielsweise «ihre Währung an eine wieder einzuführende D-Mark koppeln und gegebenenfalls anpassen». Weil sich «einige Staaten nie an die Budgetregeln halten werden» müsse «im Extremfall auch eine Staatspleite möglich sein».

 

Die Veröffentlichung ist kein Leitartikel. Es spiegelt ausschließlich den Standpunkt und die Argumentation des Autors wider. Die Publikation wird in der Präsentation vorgestellt. Beginnen Sie in der vorherigen Ausgabe. Das Original ist verfügbar unter: youtube.com

 

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