Tag archive

kulturellen und persönlichen Ansichten und Werte.

2. Eine Analyse der ukrainischen Jugend

in Balkans 2018 · Culture 2018 · DE · Europe 2018 · EX-USSR · Germany 2018 · Great Britain 2018 · Nation 2018 · Politics 2018 · Ukraine 2018 28 views / 4 comments

 Danube      Germany     Great Britain  Europe       Ukraine     Ex-USSR

GEOMETR.IT  laender-analysen.de

 

* Widersprüchliche Generation, die sich als apolitisch und desillusioniert begreift und trotzdem mit großem Optimismus in die Zukunft blickt.

Generation Ukraine 61 Prozent der jungen Ukrainer sind heute stolz darauf, Bürger der unabhängigen Ukraine zu sein. Auch wenn etwa ein Drittel der Befragten seine Einstellung zur Auflösung der Sowjetunion nicht angeben konnte oder wollte (22 Prozent fanden es schwierig, diese Frage zu beantworten, und 12 Prozent wollten sie nicht beantworten), so ist ein deutlicher Trend zur positiven Bewertung der Auflösung der Sowjetunion erkennbar.

Regional zeigten sich allerdings Unterschiede: Befragte aus dem Süden und Osten wählten viel häufiger die Optionen »schwer zu beantworten« oder »nicht zu beantworten«. Ungeachtet dieser Unterschiede bei der Vergangenheitsdeutung definierten sich 95 Prozent der Befragten als »ukrainisch« und 2 Prozent als »russisch«.

Ein ähnliches Verhältnis findet man im Osten (88 Prozent gegenüber 8 Prozent) und Süden (94 Prozent gegenüber 4 Prozent). Auch betrachten sich die allermeisten jungen Menschen im Osten und Süden der Ukraine selbst dann mehrheitlich als Ukrainer, wenn ihre Eltern die russische Staatsangehörigkeit besitzen.

Die Studie ergab weiterhin, dass der Gebrauch der gesprochenen ukrainischen Sprache sowohl im professionellen als auch im privaten Alltag zunimmt, wobei hier regionale Unterschiede erkennbar bleiben.

Während der Norden, der Westen und das Zentrum zu Hause hauptsächlich Ukrainisch sprechen, dominiert Russisch in Kiew, im Süden und im Osten.

Im Allgemeinen spricht die Hälfte der jungen Ukrainer (50 Prozent) zu Hause Ukrainisch, ein Drittel (30 Prozent) spricht Russisch und etwa ein Fünftel (18 Prozent) beides. Außerhalb der Familie ist der Trend zum Ukrainischen ebenfalls zu beobachten, außer in Kiew, wo der Anteil derjenigen, die beide Sprachen sprechen, überwiegt (46 Prozent).

 

Generation Dezentral

In allen Regionen ist die lokale und regionale Identifikation stärker als die nationale. 73 Prozent der jungen Ukrainer betrachten sich selbst als Einwohner ihrer Stadt oder ihres Dorfes, 69 Prozent sehen sich als Bewohner ihrer Region und nur 66 Prozent sehen sich als Bürger der Ukraine.

Es überrascht nicht, dass die Identifikation mit der Ukraine am stärksten in den nördlichen (79 Prozent) und westlichen (70 Prozent) Regionen und am schwächsten im Osten (48 Prozent) ausgeprägt ist. 54 Prozent der jungen Ukrainer sehen sich als Bürger dieser Welt.

Generation Optimismus Trotz der schlechten Bewertung des ukrainischen Bildungssystems und obwohl jeder fünfte Befragte angab, dass er oder sie gerade genug Geld habe, um Stromrechnungen zu bezahlen und Essen zu kaufen (während die Hälfte der jungen Ukrainer laut Studie ausreichend Geld hat, um Kleidung und Schuhe zu kaufen, nicht jedoch teurere Gegenstände wie einen Fernseher oder einen Kühlschrank), erwarten 71 Prozent der befragten jungen Menschen in zehn Jahren eine bessere Zukunft. Nur 2 Prozent sind pessimistisch.

83 Prozent sind generell zufrieden mit ihrem Leben, 72 Prozent in Bezug auf ihre Ausbildung und 56 Prozent in Bezug auf ihren Arbeitsplatz. Angst vor Krieg und vor allem vor Korruption stellen die größten Ängste dar. Junge Ukrainer sind jedoch aufgrund ihrer Alltagserfahrung, tendenziell dazu bereit, Korruption als notwendiges Übel zu tolerieren, was in den Fokusgruppeninterviews zur Sprache kam.

Nur ein Drittel der jungen Ukrainer glaubt, dass Bestechung in keinem Fall zu rechtfertigen ist. Hier zeigen sich regionale Unterschiede: Während im Norden über 50 Prozent der Befragten Bestechung kritisch gegenüberstehen, liegen die entsprechenden Werte in Kiew und im Osten des Landes bei 19 beziehungsweise 15 Prozent.

72 Prozent aller befragten jungen Menschen sehen ihre Zukunft in der Ukraine, wohingegen sich 25 Prozent eine Migration ins Ausland vorstellen können. 5 Prozent der jungen Ukrainer haben den Wunsch, die Ukraine dauerhaft und für immer zu verlassen. Die Mehrheit möchte gerne nach Deutschland, darauf folgen die USA und Polen.

Generation Konservativ

Die ukrainische Jugend hat ein konservatives Familienbild. Eine deutliche Mehrheit sieht sich in der Zukunft verheiratet (86 Prozent), mit idealerweise zwei Kindern (48 Prozent). Nur 2 Prozent der Befragten können sich vorstellen, in einer »wilden Ehe« zu leben.

Unverheiratete Frauen jenseits der 30 gelten als Anomalie. Die wichtigsten Werte der jungen Ukrainer sind wirtschaftlicher Wohlstand, Beschäftigung und Sicherheit. Dieser hohe Stellenwert von Sicherheit zeigt sich auch in der Religiosität der jungen Menschen: Die Mehrheit derjungen Ukrainer betet, was zur allgemein hohen Wertschätzung für die Kirche passt. Generation Homophob Am wenigsten Toleranz zeigen junge Ukrainer gegenüber Drogenabhängigen, ehemaligen Häftlingen, Roma und sexuellen Minderheiten.

Sollten Menschen aus einer dieser vier Gruppen in die eigene Nachbarschaft ziehen, würde dies bei jeweils mehr als 50 Prozent der Befragten negative Gefühle auslösen. Homosexualität erfährt allgemein eine äußerst negative Bewertung:

44 Prozent der befragten jungen Menschen gaben an, dass Homosexualität unter keinen Umständen zu rechtfertigen sei.

Zum Vergleich:

Das Annehmen oder Anbieten eines Schmiergeldes ist für 29 Prozent unter keinen Umständen zu rechtfertigen, Abtreibung für 27 Prozent, Steuerbetrug für 26 Prozent und das Nutzen von persönlichen Beziehungen zur Jobsuche, im Gesundheitswesen oder bei Behördengängen für 15 Prozent der Befragten.

Generation Euroatlantismus

Nur 32 Prozent der jungen Ukrainer betrachten sich voll und ganz als Europäer. Das Gefühl, ein Bürger dieser Welt oder Europäer zu sein, ist in Kiew und im Westen der Ukraine am stärksten und im Osten und Süden am schwächsten ausgeprägt. Die meisten jungen Ukrainer (60 Prozent) sind der Ansicht, dass die Ukraine der Europäischen Union beitreten sollte.

Dies sieht eine absolute Mehrheit in fast allen Regionen so. Nur im Süden und Osten wird diese Ansicht von weniger Menschen vertreten (42 Prozent beziehungsweise 33 Prozent). Andererseits vertraut nur ein Drittel der jungen Menschen (29 Prozent) der EU, während 28 Prozent ihr nicht vertrauen und 31 Prozent weder Vertrauen noch Misstrauen empfinden.

Wie die Fokusgruppeninterviews gezeigt haben, basiert dieses Misstrauen teilweise auf der Überzeugung, dass die Ukraine in der EU nicht erwünscht sei, und darauf, dass die Mitgliedschaft als nicht mehr erreichbares Ziel betrachtet wird. Diese inzwischen immer häufiger anzutreffende Überzeugung ist Wasser auf die Mühlen populistischer Kräfte, die einen »dritten Weg« der Ukraine außerhalb der EU proklamieren, ohne diesen genauer zu definieren.

Das Ergebnis der Befragung gibt – vier Jahre nach der »Revolution der Würde« – aber auch Anlass zur Sorge, dass Enttäuschung und Skepsis gegenüber der EU zunehmen könnten.

In Bezug auf die NATO ergibt sich folgendes Bild: Jeder dritte junge Ukrainer würde sein Land gern in der Allianz sehen – im Gegensatz zu 19 Prozent, die eine Mitgliedschaft der Ukraine nicht unterstützen, 21 Prozent, die der Mitgliedschaft neutral gegenüberstehen, und 22 Prozent, die die Frage nicht beantworten können. Verglichen mit den Einstellungen zur EU-Mitgliedschaft ist die Polarisierung in Bezug auf die NATO damit viel größer, insbesondere auf regionaler Ebene.

Der Osten (13 Prozent) und der Süden der Ukraine (22 Prozent) zeigen wenig Unterstützung für eine NATO-Mitgliedschaft. Allerdings hat die Unterstützung für die NATO in diesen Regionen seit 2014 zugenommen.

Die Veröffentlichung ist kein Leitartikel. Es spiegelt ausschließlich den Standpunkt und die Argumentation des Autors wider. Die Publikation wird in der Präsentation vorgestellt. Beginnen Sie in der vorherigen Ausgabe. Das Original ist verfügbar unter:laender-analysen.de

* * *

GEOMETR.IT

New York Times. Глава ЦРУ причастна к пыткам?  16.03.2018

УИСТОН ЧЕРЧИЛЛЬ и ПЕРЕОЦЕНКА  16.03.2018

ПОЛИТИКА ЕВРОПЫ — это баскетбол на льду  16.03.2018

EUROPE’s EAST Faces an Unsettled West 16.03.2018

Как в Монастырях соблюдают Великий Пост  16.03.2018

Властный зуд толкнул Терезу в объятья навозных тараканов  16.03.2018

НАТО и ТУШКАНЧИКИ ЕЁ 16.03.2018

МОЛДОВА. Лянкэ требует от прессы не говорить о его причастности к афере на $1 млрд  16.03.2018

GEOMETR.IT

 

1. Eine Analyse der ukrainischen Jugend

in Culture 2018 · DE · Europe 2018 · EX-USSR · Germany 2018 · Great Britain 2018 · Nation 2018 · Politics 2018 · Skepticism 2018 · Ukraine 2018 52 views / 7 comments

Danube Germany Great Britain Europe Ukraine Ex-USSR

GEOMETR.IT  laender-analysen.de

 

* Widersprüchliche Generation, die sich als apolitisch und desillusioniert begreift und trotzdem mit großem Optimismus in die Zukunft blickt.

Gemeinsam mit dem New Europe Center und der Gesellschaft für Konsumforschung Ukraine befragte die Friedrich-Ebert-Stiftung im Sommer 2017 in der Ukraine insgesamt 2 000 junge Menschen zwischen 14 und 29 Jahren intensiv hinsichtlich ihrer politischen, sozialen, kulturellen und persönlichen Ansichten und Werte.

Somit beschreibt die Studie die Generation der späten 1980er und 1990er Jahre, die bis heute drei Revolutionen erlebt hat beziehungsweise deren Kindheit in die Zeit der ersten beiden Revolutionen fällt.

Heute macht diese Generation mit schätzungsweise acht Millionen Menschen ein Fünftel der ukrainischen Gesamtbevölkerung aus. Besonderes Augenmerk wurde in der Studie auf die Ansichten zum Krieg in der Ostukraine und zum Verhältnis zur Russischen Föderation vor dem Hintergrund der Krim-Annexion gelegt.

Die Methodik basierte dabei auf der in Deutschland seit Jahrzehnten etablierten Shell Jugendstudie. Die im vorliegenden Beitrag vorgestellte Untersuchung ist Teil einer Reihe von Jugendstudien, die die FES zunächst auf dem Westbalkan und in Südosteuropa sowie im Südkaukasus und in Zentralasien durchgeführt hat.

Um die Vergleichbarkeit dieser Studien zu einem späteren Zeitpunkt zu ermöglichen,

basieren sie alle auf einem einheitlichen Kernfragebogen im quantitativen Teil, der jeweils durch einen länderspezifischen Teil und besonders zugeschnittene qualitative Fokusgruppeninterviews ergänzt wird.

Die Methodik der Shell Jugendstudie ermöglicht es zudem, über Folgeerhebungen mittel- und langfristig Trends und Entwicklungen zu beobachten. Die in der Ukraine befragten 2 000 jungen Menschen wurden repräsentativ ausgewählt: in Bezug auf Geschlecht, Alter, Region sowie Größe ihres Wohnortes.

Es konnte allerdings keine Erhebung in der Autonomen Republik Krim sowie in den besetzten Gebieten des Donbass stattfinden. Die quantitative Erhebung erfolgte mittels persönlicher Interviews im häuslichen Umfeld der Befragten.

Die Fehlertoleranz dürfte bei dieser Vorgehensweise mit 2,2 Prozent bemessen werden. Zusätzlich zu dieser quantitativen Erhebung wurden im Oktober 2017 regionale Fokusgruppeninterviews mit 18- bis 29-jährigen in Tschernihiw, Lwiw, Odessa und Charkiw durchgeführt. Die Studie umfasst neun Themen:

Alltag, Familie, Lebensstil, Bildung und Arbeit, Migration, Werte, die Beurteilung der politischen Lage, außenpolitische Wahrnehmungen sowie die Beziehungen zu Russland vor dem Hintergrund der Krim-Annexion und des Krieges im Osten der Ukraine.

Innerhalb der Themen gab es Überschneidungen:

So kam zum Beispiel Korruption immer wieder zur Sprache. Ähnlich der Jugend in Westeuropa ist die ukrainische Jugend skeptisch gegenüber Politik im Allgemeinen. Dabei handelt es sich um eine Haltung, die europaweit messbar ist.

Es zeigen sich aber auch Unterschiede zwischen der ukrainischen Jugend und jungen Menschen aus EU-Mitgliedsstaaten:

Die ukrainische Jugend kann man im Allgemeinen als konservativer und weniger tolerant gegenüber Minderheiten charakterisieren. So ergab die Studie, dass Homosexualität die im Vergleich geringste Akzeptanz erfährt – eine deutlich geringere Akzeptanz als das Anbieten oder Annehmen einer Bestechungsleistung, als Abtreibung oder auch als Steuerbetrug. (zu den Ergebnissen der Studie siehe auch die Tabellen und Grafiken am Ende des Textes)

Die Veröffentlichung ist kein Leitartikel. Es spiegelt ausschließlich den Standpunkt und die Argumentation des Autors wider. Die Publikation wird in der Präsentation vorgestellt. Beginnen Sie in der vorherigen Ausgabe. Das Original ist verfügbar unter:laender-analysen.de

* * *

GEOMETR.IT

БРЕКЗИТ и ГИБРАЛТАР 13.03.2018

Слова, сказанные в темноте  13.03.2018

ЛИТВА и ТОРГОВЛЯ УКРАИНЦАМИ13.03.2018

Уходят они красиво. А потом жалеют  13.03.2018

Ostro o Polakach  13.03.2018

Moldawien / Rumänien:die negative Einschätzung 13.03.2018

Münkler: Europa, wir sinken  13.03.2018

Eastern Europe finding the roots  13.03.2018

Italy first approach  13.03.2018

GEOMETR.IT

 

Go to Top