2. Eine Analyse der ukrainischen Jugend

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GEOMETR.IT  laender-analysen.de

 

* Widersprüchliche Generation, die sich als apolitisch und desillusioniert begreift und trotzdem mit großem Optimismus in die Zukunft blickt.

Generation Ukraine 61 Prozent der jungen Ukrainer sind heute stolz darauf, Bürger der unabhängigen Ukraine zu sein. Auch wenn etwa ein Drittel der Befragten seine Einstellung zur Auflösung der Sowjetunion nicht angeben konnte oder wollte (22 Prozent fanden es schwierig, diese Frage zu beantworten, und 12 Prozent wollten sie nicht beantworten), so ist ein deutlicher Trend zur positiven Bewertung der Auflösung der Sowjetunion erkennbar.

Regional zeigten sich allerdings Unterschiede: Befragte aus dem Süden und Osten wählten viel häufiger die Optionen »schwer zu beantworten« oder »nicht zu beantworten«. Ungeachtet dieser Unterschiede bei der Vergangenheitsdeutung definierten sich 95 Prozent der Befragten als »ukrainisch« und 2 Prozent als »russisch«.

Ein ähnliches Verhältnis findet man im Osten (88 Prozent gegenüber 8 Prozent) und Süden (94 Prozent gegenüber 4 Prozent). Auch betrachten sich die allermeisten jungen Menschen im Osten und Süden der Ukraine selbst dann mehrheitlich als Ukrainer, wenn ihre Eltern die russische Staatsangehörigkeit besitzen.

Die Studie ergab weiterhin, dass der Gebrauch der gesprochenen ukrainischen Sprache sowohl im professionellen als auch im privaten Alltag zunimmt, wobei hier regionale Unterschiede erkennbar bleiben.

Während der Norden, der Westen und das Zentrum zu Hause hauptsächlich Ukrainisch sprechen, dominiert Russisch in Kiew, im Süden und im Osten.

Im Allgemeinen spricht die Hälfte der jungen Ukrainer (50 Prozent) zu Hause Ukrainisch, ein Drittel (30 Prozent) spricht Russisch und etwa ein Fünftel (18 Prozent) beides. Außerhalb der Familie ist der Trend zum Ukrainischen ebenfalls zu beobachten, außer in Kiew, wo der Anteil derjenigen, die beide Sprachen sprechen, überwiegt (46 Prozent).

 

Generation Dezentral

In allen Regionen ist die lokale und regionale Identifikation stärker als die nationale. 73 Prozent der jungen Ukrainer betrachten sich selbst als Einwohner ihrer Stadt oder ihres Dorfes, 69 Prozent sehen sich als Bewohner ihrer Region und nur 66 Prozent sehen sich als Bürger der Ukraine.

Es überrascht nicht, dass die Identifikation mit der Ukraine am stärksten in den nördlichen (79 Prozent) und westlichen (70 Prozent) Regionen und am schwächsten im Osten (48 Prozent) ausgeprägt ist. 54 Prozent der jungen Ukrainer sehen sich als Bürger dieser Welt.

Generation Optimismus Trotz der schlechten Bewertung des ukrainischen Bildungssystems und obwohl jeder fünfte Befragte angab, dass er oder sie gerade genug Geld habe, um Stromrechnungen zu bezahlen und Essen zu kaufen (während die Hälfte der jungen Ukrainer laut Studie ausreichend Geld hat, um Kleidung und Schuhe zu kaufen, nicht jedoch teurere Gegenstände wie einen Fernseher oder einen Kühlschrank), erwarten 71 Prozent der befragten jungen Menschen in zehn Jahren eine bessere Zukunft. Nur 2 Prozent sind pessimistisch.

83 Prozent sind generell zufrieden mit ihrem Leben, 72 Prozent in Bezug auf ihre Ausbildung und 56 Prozent in Bezug auf ihren Arbeitsplatz. Angst vor Krieg und vor allem vor Korruption stellen die größten Ängste dar. Junge Ukrainer sind jedoch aufgrund ihrer Alltagserfahrung, tendenziell dazu bereit, Korruption als notwendiges Übel zu tolerieren, was in den Fokusgruppeninterviews zur Sprache kam.

Nur ein Drittel der jungen Ukrainer glaubt, dass Bestechung in keinem Fall zu rechtfertigen ist. Hier zeigen sich regionale Unterschiede: Während im Norden über 50 Prozent der Befragten Bestechung kritisch gegenüberstehen, liegen die entsprechenden Werte in Kiew und im Osten des Landes bei 19 beziehungsweise 15 Prozent.

72 Prozent aller befragten jungen Menschen sehen ihre Zukunft in der Ukraine, wohingegen sich 25 Prozent eine Migration ins Ausland vorstellen können. 5 Prozent der jungen Ukrainer haben den Wunsch, die Ukraine dauerhaft und für immer zu verlassen. Die Mehrheit möchte gerne nach Deutschland, darauf folgen die USA und Polen.

Generation Konservativ

Die ukrainische Jugend hat ein konservatives Familienbild. Eine deutliche Mehrheit sieht sich in der Zukunft verheiratet (86 Prozent), mit idealerweise zwei Kindern (48 Prozent). Nur 2 Prozent der Befragten können sich vorstellen, in einer »wilden Ehe« zu leben.

Unverheiratete Frauen jenseits der 30 gelten als Anomalie. Die wichtigsten Werte der jungen Ukrainer sind wirtschaftlicher Wohlstand, Beschäftigung und Sicherheit. Dieser hohe Stellenwert von Sicherheit zeigt sich auch in der Religiosität der jungen Menschen: Die Mehrheit derjungen Ukrainer betet, was zur allgemein hohen Wertschätzung für die Kirche passt. Generation Homophob Am wenigsten Toleranz zeigen junge Ukrainer gegenüber Drogenabhängigen, ehemaligen Häftlingen, Roma und sexuellen Minderheiten.

Sollten Menschen aus einer dieser vier Gruppen in die eigene Nachbarschaft ziehen, würde dies bei jeweils mehr als 50 Prozent der Befragten negative Gefühle auslösen. Homosexualität erfährt allgemein eine äußerst negative Bewertung:

44 Prozent der befragten jungen Menschen gaben an, dass Homosexualität unter keinen Umständen zu rechtfertigen sei.

Zum Vergleich:

Das Annehmen oder Anbieten eines Schmiergeldes ist für 29 Prozent unter keinen Umständen zu rechtfertigen, Abtreibung für 27 Prozent, Steuerbetrug für 26 Prozent und das Nutzen von persönlichen Beziehungen zur Jobsuche, im Gesundheitswesen oder bei Behördengängen für 15 Prozent der Befragten.

Generation Euroatlantismus

Nur 32 Prozent der jungen Ukrainer betrachten sich voll und ganz als Europäer. Das Gefühl, ein Bürger dieser Welt oder Europäer zu sein, ist in Kiew und im Westen der Ukraine am stärksten und im Osten und Süden am schwächsten ausgeprägt. Die meisten jungen Ukrainer (60 Prozent) sind der Ansicht, dass die Ukraine der Europäischen Union beitreten sollte.

Dies sieht eine absolute Mehrheit in fast allen Regionen so. Nur im Süden und Osten wird diese Ansicht von weniger Menschen vertreten (42 Prozent beziehungsweise 33 Prozent). Andererseits vertraut nur ein Drittel der jungen Menschen (29 Prozent) der EU, während 28 Prozent ihr nicht vertrauen und 31 Prozent weder Vertrauen noch Misstrauen empfinden.

Wie die Fokusgruppeninterviews gezeigt haben, basiert dieses Misstrauen teilweise auf der Überzeugung, dass die Ukraine in der EU nicht erwünscht sei, und darauf, dass die Mitgliedschaft als nicht mehr erreichbares Ziel betrachtet wird. Diese inzwischen immer häufiger anzutreffende Überzeugung ist Wasser auf die Mühlen populistischer Kräfte, die einen »dritten Weg« der Ukraine außerhalb der EU proklamieren, ohne diesen genauer zu definieren.

Das Ergebnis der Befragung gibt – vier Jahre nach der »Revolution der Würde« – aber auch Anlass zur Sorge, dass Enttäuschung und Skepsis gegenüber der EU zunehmen könnten.

In Bezug auf die NATO ergibt sich folgendes Bild: Jeder dritte junge Ukrainer würde sein Land gern in der Allianz sehen – im Gegensatz zu 19 Prozent, die eine Mitgliedschaft der Ukraine nicht unterstützen, 21 Prozent, die der Mitgliedschaft neutral gegenüberstehen, und 22 Prozent, die die Frage nicht beantworten können. Verglichen mit den Einstellungen zur EU-Mitgliedschaft ist die Polarisierung in Bezug auf die NATO damit viel größer, insbesondere auf regionaler Ebene.

Der Osten (13 Prozent) und der Süden der Ukraine (22 Prozent) zeigen wenig Unterstützung für eine NATO-Mitgliedschaft. Allerdings hat die Unterstützung für die NATO in diesen Regionen seit 2014 zugenommen.

Die Veröffentlichung ist kein Leitartikel. Es spiegelt ausschließlich den Standpunkt und die Argumentation des Autors wider. Die Publikation wird in der Präsentation vorgestellt. Beginnen Sie in der vorherigen Ausgabe. Das Original ist verfügbar unter:laender-analysen.de

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4 Comments

  1. Die Ukraine ist seit Gründung des Deutsch-Polnischen Jugendwerkes (DPJW) ein besonders wichtiges Partnerland für trilaterale Jugendbegegnungen. Nachhaltiges Engagement für die Zusammenarbeit mit der Ukraine ist ein wichtiges Anliegen des DPJW, weshalb großer Wert auf das Sammeln von Erfahrungen und Kompetenzen in diesem Bereich sowie die Weiterentwicklung des Förderprogramms gelegt wird.

  2. Durch regelmäßig stattfindende Partnerbörsen und Fachprogramme mit ukrainischen Partnern wird das Netzwerk der Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus den drei Ländern erweitert sowie Möglichkeiten zum Erwerb von Kompetenzen und Erfahrungsaustausch geboten.

  3. Die Gruppengespräche werden im Plenum zusammengefasst, wobei die Erfahrungen der Teilnehmenden in Bezug zu den Ergebnissen der vorgestellten Berichte gesetzt werden sollen. Auch die aktuelle politische Situation in Europa, insbesondere in den drei beteiligten Ländern, und ihr Einfluss auf die internationale Jugendarbeit soll im Plenum thematisiert werden.

  4. Während des Forums wird ein trilateraler Kontext hergestellt. Die unterschiedlichen Perspektiven der Teilnehmenden aus den drei Ländern sollen in die Gespräche mit einfließen.

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