2. Intellektuelle gegen NATO

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  * Von Heinrich Böll zu Herta Müller, vom Demonstranten gegen Pershing-Raketen zur Wanderpredigerin für den Feindbildaufbau 

  1. Herta Müller, Zitat: „Није се то догодило. Путин је све изврнуо. Данас је повређен новинар који критикује Путина. Он је у животној опасности. То су ствари за које смо мислили да се неће више догађати. Ако не иде дипломатски онда мора војно да се зауставе такви типови. Тако су и Милошевића морали да сруше“

Herta Müller, Zitat: “Das ist nicht geschehen (zur Etablierung der Demokratie nach dem Zerfall der UdSSR in Russland, Anmerkung Schubert). Putin hat alles verkehrt. Heute wurde ein Journalist verletzt, der Putin kritisierte. Er ist in lebensgefährlichem Zustand. Das sind Dinge, von denen wir glaubten, dass sie nie wieder passieren. Wenn nicht mit diplomatischen Mitteln, dann muss man diese Typen militärisch stoppen. So musste man ja auch Milošević beseitigen“
Иван Ивањи је одговорио немачкој нобеловки да су стотине хиљада људи својим гласовима срушиле Милошевића, а не НАТО, на шта је Милер узвратила да породица Милошевић такође живи у Русији и да то говори о релацијама.

Ivan Ivanji (serbischer Schriftsteller, Anmerkung Schubert) antwortete der deutschen Nobelpreisträgerin, dass hunderttausende Menschen mit ihren Stimmen Milošević beseitigten, nicht etwa die Nato, worauf Müller entgegnete, dass die Familie Miloševićs auch in Russland lebt, was viel über die Ähnlichkeiten (von Putin und Milošević? Amerkung Schubert) aussagt.
Herta Müller, Zitat: Путин их радо прима. То је прилично преварантска позиција. Политика Путина је експанзионистичка

Herta Müller, Zitat: Putin hat sie freudig empfangen (die Milosevics). Dies ist eine verräterische Position. Die Politik Putins ist eine expansionistische.
Quelle: Radio Televizija Srbije (RTS, serbisches Staatsfernsehen)
Link zur Adresse so wie zuletzt gesehen am 30.10.2017

  1. Die Kommentierung von Lucas Maximilian SchubertDiese Aussagen wurden von Seiten Herta Müllers auf der Belgrader Buchmesse im Oktober 2017, deren Hauptgast sie war, in einer öffentlichen Gesprächsrunde geäußert. Mit ihr auf der Bühne waren Ivan Ivanji, ein serbischer Schriftsteller, sowie Michael Martens, Journalist der FAZ.

Es ist schon interessant, wie eine gebildete Frau und Nobelpreisträgerin wie Herta Müller sich zu einer klassischen Gut-Böse Dichotomie hinreißen lässt, wie man sie sonst nur aus der Propagandamaschinerie des State Department kennt. Sie reiht sich aber damit leider nur in eine ganze Serie von Kunstschaffenden ein, die sich blindlings in den Dienst derjenigen stellen, welche die Illusion eines „benevolenten Imperiums“ aufrecht erhalten wollen. In diesem Fall handelt es sich um die NATO und die führende Nation dahinter, die USA.

Natürlich müssen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gestoppt werden, aber ob die NATO dazu die richtige Organisation ist, ist mehr als nur fragwürdig. Herta Müller spricht von Moral, doch wenn es um unmoralische sowie völkerrechtswidrige Angriffskriege, den Bruch von Menschenrechten und der rücksichtslosesten Verwirklichung von geostrategischen Zielen geht, ist wohl keine andere Macht derzeit globaler Spitzenreiter außer den Vereinigten Staaten von Amerika.

Wenn es um internationale Politik geht und deren Analyse, so sind Vereinfachungen wohl das Schlechteste, was man tun kann. Im Bürgerkrieg, der das ehemalige Jugoslawien heimsuchte, gab es von allen Seiten schreckliche Verbrechen, nicht nur von der serbischen Seite aus. Jedoch stellt Müller Serbien als den alleinigen Urheber des Konfliktes dar. Kein Wort über die Verbrechen und das Leid, welches auch das serbische Volk erdulden musste.

Eine berechtigte Frage an Frau Müller wäre: Was wenn nicht absolut menschenrechtswidrig waren diese Vorgänge? Oder waren es etwa gerechtfertigte Akte gegen ein „böses Volk“? Dies würde dann allerdings sehr stark den Vorgängen in den 1990ern ähneln, als von einigen westlichen Medien versucht wurde, das serbische Volk zu dämonisieren mit Stilmitteln, welche nicht weit entfernt waren von der „Untermensch“-Propaganda des NS Regimes während des

2.Weltkriegs.

Aber auch im weiteren Kontext sind ihre Aussagen mehr als bedenklich. Denn, was Müller vergisst, ist wohl die Tatsache, dass es sich bei den Vorgängen in der Ukraine keineswegs um eine demokratische Entscheidung des Souveräns zur Annäherung an die EU handelte. Auch hier sind die Vorgänge viel komplexer, als dass sie in eine Projektion im Stile von gute Jungsund „böse Jungspassen würden, was natürlich aber suggeriert werden soll.

Dies soll nicht als Fürsprache für Wladimir Putin gelten, sondern es soll hier eher darauf hingewiesen werden, welche Stilmittel die Aussagen Müllers als kriegstreiberisch und propagandistisch entlarven. Russland ist nicht die UdSSR, der KGB ist verschwunden, dennoch stellt sie es so dar, als würde eine ununterbrochene Kontinuität stattfinden zwischen diesen Kapiteln in der Geschichte. Aber anstatt nüchtern zu betrachten, dass die Ukraine Opfer in einem Machtspiel zwischen Ost und West geworden ist, stellt sie Russland als den alleinigen Aggressor dar.

Wer die Folgen von „humanistischer Intervention“ sehen will, sollte nach Kragujevac in Zentralserbien oder nach Leskovac im Süden des Landes reisen. Dort befinden sich Gebiete, welche noch immer verseucht sind von Munition aus abgereichertem Uran, welche die NATO-Kampfbomber verschossen; als Folge erhöhte sich die Leukämierate, gerade unter Kindern, drastisch. (Serbien zieht gerade gegen die Nato vor Gericht deswegen) Oder die Mahnmale für getötete oder vertriebene Zivilisten auf beiden Seiten.

Das sollte auch als Mahnung gelten, dass militärisches Eingreifen kaum etwas löst. Ivan Ivanji sagte es ganz richtig: das serbische Volk, hat durch vereinigte Stimmen und Kräfte Milošević beseitigt, nicht die NATO. Dies ist das einzige legitime Mittel zur Absetzung eines Tyrannen. Ein Angriffskrieg gegen Russland würde doch wohl eher den Planeten in ein einziges Grab verwandeln. Ich dachte immer, Schriftsteller seien sich über so etwas im Klaren, aber wie immer muss man wohl auch im Fall von Herta Müller Person und Werk voneinander trennen.

            *          Die Veröffentlichung ist kein Leitartikel. Es spiegelt ausschließlich den Standpunkt und die Argumentation des Autors wider. Die Publikation wird in der Präsentation vorgestellt. Beginnen Sie in der vorherigen Ausgabe. Das Original ist verfügbar unter :nachdenkseiten.de

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2 Comments

  1. Ich glaube, Washington ist sich da nicht ganz einig. Ich weiß nicht genau, welche Rolle Obama spielt, aber ganz klar ist ja, dass zumindest vonseiten der Republikaner ein massiver Druck existiert, dort möglicherweise auch militärisch in irgendeiner Form den Konflikt zu eskalieren

  2. Wem nützt der Pazifismus, der beteuert, dass er gegen jeden Krieg ist, wenn ein Krieg tobt?“ Sie sprach sich 1999 dann folgerichtig für den Kosovo-Krieg aus, also für den Angriff der Nato auf das Jugoslawien von Slobodan Milosevic: Die arrogante Haltung vieler Intellektueller gegenüber der Nato verstehe sie nicht, sagte sie damals, denn Milosevic müsse gestoppt werden: „Wer in neun Jahren vier Kriege führt, wer so pragmatisch Friedhöfe macht, wie andere Straßen bauen, wer das Morden so gewohnt ist, wie ein Glas Wasser zu trinken, der ist durch Worte nicht zu erreichen.“

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