2. Türkei von gestern und heute: alte gute Chance

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* die neo-osmanischen Tendenzen von heute

Osmanisches Reich: Gutes Reich? Böses Reich?

Und heute? Angesichts der zahlreichen Nahostkriege, der Bürgerkriege in Syrien und im Irak, des Palästina-Israel-Konfliktes, der Krisen im Libanon und vieler anderer Probleme im Nahen und Mittleren Osten, werden nostalgische Erinnerungen an das einstige Osmanische Reich wach. War es nicht damals so, dass Völker und Konfessionen im Osmanischen Großreich mehr oder weniger friedlich miteinander auskamen?

Tatsächlich waren die Städte des Osmanischen Reiches multikulturelle Städte, bunter und vielfältiger als die türkischen und arabischen Städte heute. Egal ob in Istanbul alias Konstantinopel oder in Aleppo, Damaskus und Kairo – hier trafen unterschiedliche Volksgruppen und Religionen aufeinander. Wer um 1850 oder um 1900 durch Istanbul oder Aleppo ging, traf Türken, Araber, Tscherkessen, Juden, Griechen und Armenier.

Die Schaffung des türkischen Nationalstaates hatte zur Folge, dass viele Minderheiten, allen voran die Griechen und Armenier, das Land verließen. Die Kurden wurden zur ethnischen Minderheit und passten nicht in das Bild des Nationalstaates, weshalb sie kurzerhand als Bergtürken bezeichnet wurden.

Angesichts der heutigen Verklärung der Europäischen Union könnte man auch das Osmanische Reich und Österreich-Ungarn als Vorläufer des supranationalen Staates bezeichnen, als multiethnische Gesellschaft. Andererseits waren die Völker damals natürlich nicht voll gleichberechtigt. Insofern hinkt dieser Vergleich.

Auch das Bild des friedlichen Vielvölkerstaates ist nicht ganz korrekt. An den Grenzen des Osmanischen Reiches herrschte immer wieder Krieg. In der ersten Phase war das Reich sehr expansiv. Eroberungen gehörten zum politisch-militärischen Alltagsgeschäft der Sultane. In der zweiten Phase waren die militärischen Angelegenheiten überwiegend defensiv: Das Reich musste vor dem Verfall bewahrt und die Provinzen unter Kontrolle gehalten werden. Außerdem war die Politik im Innern durch Haremsintrigen im Topkapi Sarayi und Machtkämpfen an der Hohen Pforte, dem Amtssitz des Großwesirs, geprägt.

In einigen Provinzen regierten im 19. Jahrhundert die lokalen Gouverneure und Pasches über semi-autonome Staatsgebilde, die sich manchmal gegen die Zentralregierung in Istanbul wenden konnten. Ein berühmtes Beispiel war die Herrscherdynastie von Muhammad Ali in Ägypten. Aber auch in Palästina und Syrien gab es Paschas, die sehr eigenwillig ihr autoritäres Regime ausübten, ohne sich um die Vorgaben der Hohen Pforte zu kümmern.

Wie soll man die neo-osmanischen Tendenzen von heute deuten? 

Für die Regierung von Erdogan und deren Anhänger ist die konservative Bewegung eine Gegenreaktion auf den modernen Säkularstaat. Nicht nur die Reformen Atatürks, sondern auch die zunehmende Hinwendung zu Europa und die Anbandelungen an die EU werden kritischer bewertet als noch vor einigen Jahren.

Wie im Russland Wladimir Putins, der wieder Erinnerungen an das alte Zarenreich aufleben lässt und den Kontakt zur russisch-orthodoxen Kirche pflegt, so lässt Erdogan die Erinnerungen an das alte Osmanische Reich wieder aufleben. Religiöse Traditionen gewinnen an Popularität. Die Verehrung der postindustriellen Moderne wird relativiert. Es ist ein gesellschaftliches Pendel, das in die andere Richtung zurück schwingt – und es ist Wasser auf die Mühlen der konservativen

Die Veröffentlichung ist kein Leitartikel.Es spiegelt ausschließlich den Standpunkt und die Argumentation des Autors wider. Die Publikation wird in der Präsentation vorgestellt. Beginnen Sie in der vorherigen Ausgabe. Das Original ist verfügbar unter:net

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7 Comments

  1. Noch vor hundert Jahren war der komplette Vordere Orient vom Osmanischen Reich beherrscht. Es umfasste gänzlich Kleinasien und Anatolien, Syrien, das Zweistromland, Palästina, den Libanon und Teile der arabischen Halbinsel.

  2. Viele konservative und religiöse Türken verklären das Osmanische Reich. Unter der Regierung der AKP und dem Präsidenten Recep Tayyip Erdogan werden die Erinnerungen an das alte Imperium bewusst wach gehalten. Im kollektiven Gedächtnis der Türkei ist das Osmanische Reich ein Gegenentwurf zum kemalistisch-säkularen Staat von heute.

  3. Die türkische Kultur- und Filmindustrie malt durchweg ein positives Bild vom damaligen Großreich. Man ist sich des einstigen Großmachtstatus durchaus bewusst. Die neo-osmanische Renaissance ist populär.

  4. Man diskutiert sogar, den Schülern in den Schulen wieder Osmanisch beizubringen. Damit meint man die Schreibung der türkischen Sprache in arabischer Schrift, wie es vor den Reformen Kemal Atatürks üblich gewesen war.

  5. “Einem Unholde ähnlicher als einem Menschen”, widmete er den größten Teil seiner Zeit den vom Koran verbotenen alkoholischen Genüssen, und sein gerötetes Gesicht verriet “schon damals untrüglich den tapferen Trunkenbold”.

  6. Erdogan orientiert sich dagegen vor allem an Ruhm und Größe des Osmanischen Weltreichs, das in der Regierung Süleymans seinen Zenit erreichte. Erfundene Haremsgeschichten aus dieser Zeit, so das Diktum des Premiers, schmälerten das Ansehen des großen Sultans und damit das des türkischen Staates.

  7. Ein Bei­trag gilt dem Stel­len­wert der Wis­sen­schaft, und dar­in be­son­ders der As­tro­no­mie, der Me­di­zin und der Geo­gra­phie. Eher un­be­kannt ge­blie­ben sind in West­eu­ro­pa die Re­form­ver­su­che, mit de­nen die Os­ma­nen sich ge­gen den schlei­chen­den Nie­der­gang ih­res Rei­ches stemm­ten, bis hin zur jung­tür­ki­schen Be­we­gung An­fang des 20. Jahr­hun­derts.

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