Berlin. Judenfeindlichkeit

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* Antisemitismus in Berlin nimmt zu – und die Täter wenden öfter Gewalt an. Erfasst hat die Zahlen die Informationsstelle Rias. Schuld an der Verrohung sei niederschwellige Judenfeindlichkeit im Alltag.

In Berlin hat es im vergangenen Jahr mehr Bedrohungen und Angriffe auf Menschen jüdischen Glaubens oder ihre Unterstützer gegeben als noch 2017. Das meldet die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias).

Laut aktuellem Bericht der Rias Berlin, die antisemitische Vorkommnisse sammelt und recherchiert, ist vor allem der Anstieg bei Vorfällen mit besonderem Gefährdungspotential für die Betroffenen besorgniserregend. So habe sich die Anzahl der Angriffe von 18 auf 46 mehr als verdoppelt, die Zahl der Bedrohungen – von 26 auf 46 – sei demnach ebenfalls merklich gestiegen. Insgesamt erfasste Rias Berlin im vergangenen Jahr 1083 antisemitische Vorfälle und damit 14 Prozent mehr als im Vorjahr.

2018 waren zudem mehr Einzelpersonen von antisemitischen Übergriffen betroffen: Mit 368 Personen waren es 73 Prozent mehr. Mit 187 war über die Hälfte davon jüdisch, angefeindet wurden aber auch zahlreiche nichtjüdische Personen, die sich gegen Antisemitismus oder Rechtsextremismus aussprachen. Beschimpfungen und verbale Anfeindungen nahmen um ein Fünftel zu, Rias registrierte 831 Fälle im vergangenen Jahr.

Für Übergriffe genügten laut Rias bereits Kleinigkeiten: Im September sei einem Mann ins Gesicht geschlagen worden, nachdem er als “Du Jude” beschimpft worden war und sich darüber beschwerte. Ebenfalls im September bewarf ein Späti-Verkäufer eine jüdische Frau mit Kronkorken, als er ihren Davidstern-Schlüsselanhänger erblickte, beschimpfte sie als “Judenschlampe” und verwies sie aus dem Laden. Im April wurde eine Gruppe von Personen auf dem Weg zur Demonstration “Berlin trägt Kippa” bespuckt, getreten und mit “Verpisst Euch Ihr Juden” beschimpft.

Rias-Berlin-Projektleiter Benjamin Steinitz sagte, das Archiv stelle “im Vergleich zu den vergangenen Jahren eine zunehmende Bereitschaft fest, antisemitische Aussagen mit konkreten Gewaltandrohungen zu verbinden oder ihnen gar Gewalt folgen zu lassen”. Die “Verrohung” geschehe aber nicht im luftleeren Raum. Sie stehe “im Kontext wachsender Zahlen niedrigschwelliger Formen von Antisemitismus, der den Alltag von Betroffenen prägt”.

cht

YOUTUBE: Juden in Berlin – Ist der Alltag ohne Antisemitismus möglich?

   Die Veröffentlichung ist kein Leitartikel. Es spiegelt ausschließlich den Standpunkt und die Argumentation des Autors wider. Die Publikation wird in der Präsentation vorgestellt. Beginnen Sie in der vorherigen Ausgabe. Das Original ist verfügbar unter: spiegel.de

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14 Comments

  1. Die Lösung ist nicht “immer wieder darüber reden und Bewusstsein schaffen” sondern hart durchgreifen und auch im Migrantenmilieu (auch wenn es dabei einigen Linken im Herzen wehtut) unmissverständlich und mit der notwendigen Härte klar machen, dass plumper Antisemitismus in Deutschland keinen Platz hat. Mit Diskussionsrunden erreicht man doch nicht die dummen Vollidioten, die maßgeblich für dieses Problem verantwortlich sind.

  2. Die Kippa hatte das Opfer der Attacke nur als Experiment getragen. Ein Freund hatte ihn gewarnt, man sei in Deutschland nicht sicher, wenn man eine Kippa trage. Das habe er nicht geglaubt, erklärte der arabische Israeli damals.

  3. Unterteilt hat die Informationsstelle die Vorfälle in vier Kategorien: in körperliche Angriffe und gezielte Sachbeschädigung einerseits, andererseits in verletzendes Verhalten – darunter fallen etwa antisemitische Kommentare im Internet – und konkret adressierte Bedrohungen.

  4. Das Monitoring von Rias – insbesondere die niedrigschwellige Erfassung antisemitischer Vorfälle – ist die Voraussetzung zur Bekämpfung des Judenhasses“, sagte Sigmount Königsberg, Antisemitismusbeauftragter der Jüdischen Gemeinde zu Berlin

  5. Besorgniserregend sei der deutliche Anstieg bei Vorfallsarten mit besonderem Gefährdungspotenzial für die Betroffenen. Die Anzahl antisemitischer Angriffe erhöhte sich um 155 Prozent von 18 auf 46, die Zahl der Bedrohungen stieg um 77 Prozent von 26 auf 46. Von den Attacken waren 86 Personen betroffen, davon mindestens 13 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

  6. Von den antisemitischen Vorfällen waren laut Steinitz insgesamt 368 Personen betroffen, 73 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit 187 waren über die Hälfte davon jüdisch, doch auch zahlreiche nichtjüdische Personen, die sich gegen Antisemitismus oder Rechtsextremismus aussprachen, wurden angefeindet.

  7. Die Bekenntnisse der Politik, die den Antisemitismus verurteilen, seien wichtig, forderten aber auch Maßnahmen und Angebote, wie sie mit dem Landeskonzept beschlossen wurden.

  8. “mit der Geschichte im Unterricht konfrontiert werden”, unterstrich Behrendt. Zudem sollen menschenfeindliche und antisemitische Einstellungen in einem sogenannten “Berlin Monitor” erfasst werden.

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