Heinrich Böll im Wort und Tat

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GEOMETR.IT  Text und Bühne

* Und es war jammerschade, dass die Zeit so schnell verging, dass ich mich in die dumpfe, dunkle Bude begeben musste; ganz langsam, unendlich traurig und niedergeschlagen, bin ich zurück geschlendert. Mein Herz ist ganz leer vor Überdruss und meine Phantasie so lahm wie ein dreißig jährigem Pferd. Es ist zu traurig, so hoffnungslos; wenn mir jetzt jemand sagen würde, nur noch zwei Jahre und wenn ich dann die Gewissheit hätte, dass dann wirklich alles vorbei wäre, ich wäre unendlich glücklich. Diese Endlosikeit, dieses ewige Warten, ach, es zerrüttet mich vollständig.  Heinrich Böll

In Ausschnitten aus Fernsehinterviews, die zwischen 1967 und 1979 aufgezeichnet wurden, legt Heinrich Böll dar, warum er Respekt vor den Menschen hat, nicht aber vor den Hierarchien der bürgerlichen Gesellschaft. Er nimmt Stellung zum Umgang der Deutschen mit ihrer Vergangenheit und zur Politik nach dem Zweiten Weltkrieg, und er erklärt, was die katholische Kirche für ihn bedeutet und was ihn an ihr stört. 

Heinrich Böll wurde während des ersten Weltkriegs in Köln geboren. Gegen Ende seiner Schulzeit begannen Gedichte und Erzählungen zu schreiben. Im zweiten Weltkrieg wurde er viermal verwundet und versuchte eintauchen. Nach dem Krieg Studierte, und schrieb Romane und Geschichten, die sich mit dem Nationalsozialismus befassten

Die verlorene Ehre der Katharina Blum – Billard um halb zehn – Ansichten eines Clowns

Heinrich Böll setzt einen Satz für politisch verfolgte Schriftsteller in Algerien in Berlin ab 1970 Jahre alt. In den 1980er Jahren engagierte er sich in der Friedensbewegung. Böll beschäftigt sich mit der katholischen Kirche, mit der Presse, mit der Gewalt und mit den Hierarchien der bürgerlichen Gesellschaft.

01:28 Wie ist Ihr Verhältnis zur Obrigkeit?

Wenn Sie sich nicht für respekteinflößend interessieren, ist es nicht wichtig, wenn Sie sich nicht darum kümmern. Ich nehme nicht einen Rang schon als Würde. Die Würde muss durch die Person hineingebracht werden. Dann bin ich bereit, auch ein wenig Respekt zu zeigen.

Sie muss immer erobert sein, ob Minister oder Kellner. Ich habe, glaube ich, einen Respekt vor den Menschen, und auch vor der Menschheit. Vielleicht können wir so ausdrücken.

02:23 Woher kommt diese Haltung?

Erste hat’s eine historische Komponente: Die nachweislich dauerhafte Ablehnung, in dieser Landschaft, aus der ich komme, der Obrigkeit, für die weltlichen wie der kirchlichen. Nicht die Fama, also die rheinländer so kirchentreu, ob nicht gestimmt, sie waren im mer rebellisch gegen die weltliche und die kirchliche Obrigkeit.

Das andere ist ein Milieu-, ich will nicht sagen Fehler, wast das Gegenteil davon: ein Milieu-Verdienst. Das hängt damit zusammen, dass die entscheidenden jahre meiner Jugend in der tiefsten Wirtschaftskrise erlebt haben, die glaube ich bisher in Europa, in der Welt stattgefunden hat.

Mein Eltern hatten 6 Kinder, also ziologischgesehen – ein Gemisch von Bohème, Proletariat und Kleinbürgertum, wobei die Elemente immer stark wechselten, das eine überhandnahm. Und innerhalb dieser Würzchaftskrise haben wir natürlich ein bisschen mehr – und das war zum Teil direkte Erziehung meiner Eltern, für die ich ihnen dankbar bin – jeden Respekt vor der bürgerlichen Ordnung verloren, die ja damals auch zusammenbrach, die sichtbar zusammenbrach.

Wir können es nicht so genau analysieren, wie ich es kann, und meine Eltern haben es nicht überschaut, wir haben es gespürt. Ich kann es nur so vage ausdrücken. Aber der Zusammenbruch der bürgerlichen Gesellschaft im ersten Weltkrieg Wir haben ungeheuer viel zu Hause, wir habenhen viele Freunde, viel Besuch, und da ist dieses anarchistische Element entstanden. Verstehen Sie?

Irgendjemandem irgendetwas zu stehlen Dazu bin ich erzogen von meiner Mutter direkt, von meinem Vater mehr indirekt.

05:03 Woher kommt Ihr Verständnis für die Nöte der einfachen Leute?

Das liegt wirklich an meiner Herkunft, an meinem Schulweg – solchen Dingen, die als Kind sehr beeinflusst werden Meid Eindrücke von dieser Stadt hier, die eine sehr vulgäre Stadt ist, mit der Qingität und dem die Schuhe besohlen können, ungeheuer wichtige Dinge sind. Das ist ein frage der Erfahrung, die ich bis heute anbringen kann. Verstehen Sie? Das ist sehr merkwürdig.

Diese Dinge bleiben. Es bleibt der Triumph über jedes Frühstück, das Sie wirklich sicher haben. Verstehen Sie? Und wenn Sie das plebejisch nennen, bin ich einverstanden. Das ist natürlich ganz stark.

06:21 Welche Auswirkung hatte das Dritte Reich auf Ihr Leben?

Ich war 15 Jahre alt, als der Faschismus. Und ich bin in einer relativ demokratischen Tradition erzogen worden, sowohl was meine Familie betrifft Die ganze Nazizeit. Wäre das nicht gekommen – die Hypothese, die wir mal sehen – wäre ich wahrscheinlich ein Elfenbeinturmbewohner geworden – möglicherweise.

07:07 Welche Probleme haben die Deutschen mit der vergangenen?

Das Urleiden ist der Unwille, die politische Situation der beiden Teile zu erkennen, beide Erbe eines verlorenen Krieges, und welchen Krieges! Das brauchen wir hier nicht zu wiederholen.

Die Nichtbereitschaft, die Ausgangssituation für diese beiden Teil Deutschlands verloren hat, ich glaube, man sollte den Begriff „verlorener Krieg“ ruhig mal wieder ins Gedächtnis bringen. Und die Nichtbereitschaft

Und ich glaube bis heute, dass die Niederlage oder den Zusammenbruch, oder wie man das nennt, nicht kapiert haben. Auch nicht kapieren wollen. Si wollen auch bis heute nicht wissen, was mit unseren jüdischen Mitbürgern passiert ist. Im Grunde ist das Untergrund geblieben, ist versteckt geblieben.

08:42 Wie beurteilen Die Politik nach dem Zweiten Weltkrieg?

Das war 1950/51, als ich anfing den Befreiern zu misstrauen. Bis dato hatte ich – Ausnahme Währungsreform, die Michael Michael großen Misstrauen erfüllte – eigentlich gedacht, naja, der Krieg, die Nazi Aber es ist sehr deutlich zu spüren, dass die Amerikaner Wiederaufrüstung betrieben werden.

Dass Adenauer darauf drängte, dass man Kriegsverbrecher freiließ, dafür beurlaubte und nicht mehr zurückholte, und 09:40 Wie stehen Sie zu Ihrem Deutsch-Sein?

Ich bin Deutscher zunächst durch die Heimatbezeichnung, die die Autorität haben kann. Ein Russe ist Russe Und ein Autor, ein Schriftsteller. Und wenn sich daraus eine Staatsangehörigkeit ergibt, Beiden

Ich bin eigentlich nicht mehr unglücklich, ein Deutscher zu sein, und das kommt wieder auf die Minhir verachtet die Deutschen waren und sind. Verstehen Sie? Ich erfahre es immer noch, heute noch, dass wir im Ausland sehr unbeliebt sind. Man wird sich da nicht klar darüber. Wir sind natürlich beliebt, weil wir uns sehr freuen. Aber der Deutsche, es ist nicht beliebt. Und da gehöre ich wieder zu einer verachteten Minderheit oder Mehrheit, die mir die Identifikation möglich macht.

YOTUBE: Text und Bühne von Heinrich Böll und das Probleme die Deutschen mit der vergangenen haben

   Die Veröffentlichung ist kein Leitartikel. Es spiegelt ausschließlich den Standpunkt und die Argumentation des Autors wider. Die Publikation wird in der Präsentation vorgestellt. Beginnen Sie in der vorherigen Ausgabe. Das Original ist verfügbar unter:Text und Bühne

GEOMETR.IT

4 Comments

  1. Man wird sich da nicht klar darüber. Wir sind natürlich beliebt, weil wir uns sehr freuen. Aber der Deutsche, es ist nicht beliebt

  2. Als ob Böll jemals das Gefühl für “einfache Leute” gehabt hätte! Blödes Bauchgepinsel. Das ist ne linke Salon-Zecke. Der scheißt auf die “einfachen Leute” und die “einfachen Leute” scheißen auf ihn.

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