If I Would Have The Power To

in DE · Elections 2019 · Europe 2019 · Nation 2019 · Ukraine 2019 139 views / 15 comments
          
69% посетителей прочитало эту публикацию

Europe

GEOMETR.IT  ostpol.de

* Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.

Salvador Dali

Einmal Präsident sein. Für den Kiewer Komiker Wolodymyr Selenskyj wird dieser Traum am 21. April voraussichtlich Wirklichkeit. Doch was, wenn wirklich jeder Präsident sein könnte? Wir haben Menschen in der westukrainischen Stadt Luzk gefragt, was sie als Staatsoberhaupt verändern würden.

von Ira Yeroshko

Andriy Zhyva, 21, Gastronom: 

Als erstes würde ich Fahrradwege bauen. Nicht solche, die sich irgendwo auf dem Gehweg befinden, wie bei uns in Luzk – sondern richtige Fahrradwege. Zweitens würde ich Cannabis legalisieren.

Es macht die Menschen nicht aggressiv und wird in vielen Ländern zur Heilung eingesetzt. Alkohol hingegen macht die Leute kaputt. Und drittens würde ich Projekte für junge Menschen fördern, wie Skateboarding oder BMX. Es gibt so viele junge Talente in unserem Land, die mangels Unterstützung nicht in der Lage sind, ihr Potential zu entfalten.

Khrystyna Gubska, 28, Yogalehrerin: 

Ich würde ein Programm entwickeln, das junge Menschen dabei unterstützt, ihre Projekte und Geschäftsideen zu verwirklichen. Meine Erfahrung ist, dass es keine Unterstützung vom Staat gibt.

Dabei könnte die Jugend so viel für unser Land tun, wenn sie die Chance dazu bekäme. Und da ich Yoga-Lehrerin bin, würde ich eine fortschrittliche Gesundheitspolitik einführen, die auf Prävention setzt. Ich würde Yoga-Kurse an Schulen einführen und mit Kampagnen für einen gesunden Lebensstil werben.

Myroslav Yuzyfovych, 71, Schauspieler: 

Am wichtigsten ist es die Wahrheit aufzudecken, so dass alles transparent ist. Besonders, was die Sicherheitskräfte, Staatsanwälte und Richter angeht. Ich weiß nicht, ob man die alle austauschen kann. Das ist der Grund, warum wir nicht wissen, wem wir glauben sollen und daher kommt auch die Korruption.

Wir wissen nicht, wer die Wahrheit sagt und wer lügt. Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir glauben, dass alle lügen: auch Poroshenko und Zelenskij. Deshalb wählen die Leute nicht ihren Favoriten, sondern das kleinere Übel. Die Menschen orientieren sich nicht an Fakten, sondern sind emotionsgeleitet.

Diana Bakun, 17, Studentin: Ich würde versuchen, die Korruption und Bestechung zu bekämpfen. Auch die medizinische Versorgung muss verbessert werden. Zurzeit ist sie schlecht, gelinde gesagt. Auch in der Bildung muss sich einiges tun. Heutzutage werden an den Universitäten immer noch Bücher aus den 1970er Jahren verwendet, die längst veraltet sind.

Demyan Petryk, 22, Vorsitzender des Jugendrates in Lutsk: Ich denke, die Ukraine muss der NATO beitreten, damit der Krieg beendet werden kann. Auch wenn die NATO uns nicht dabeihaben will, weil dann der Bündnisfall eintreten würde und sich die gesamte Allianz im Krieg befände. Daran haben die Mitgliedsstaaten kein Interesse. Außerdem würde ich mich für ein Gesetz zur Amtsenthebung durch Volksentscheide einsetzen. Die Menschen sollten in der Lage sein, ihren Präsidenten abzuwählen, wenn sie nicht mit ihm zufrieden sein.

Viktoria Kumanska, 22, Chorleiterin: Ich würde meinen Schwerpunkt auf die Bildung legen, insbesondere die kulturelle Bildung. Wenn man sich unser Land als einen menschlichen Körper vorstellt, ist dieser voller Wunden und durchsetzt von Geschwüren. Die Weiterentwicklung von Kultur und Bildung könnte der erste Schritt sein, um diesen Körper zu heilen. Derzeit haben wir eine populistische Gesellschaft, die sich nicht weiterentwickelt. Die Menschen sind nicht in der Lage Informationen bewusst aufzunehmen.

Sergiy Tkachuk, 43, Radioproduzent: Ich habe nie davon geträumt, einmal Präsident zu sein. Als Präsident steht man schwierigen Herausforderungen gegenüber: Kriege, Propaganda, fehlende Kultur. In dieser schwierigen Situation ist es schwer zu sagen, was uns am ehesten helfen könnte: Diktatur, Anarchie oder mehr Demokratie? Die Leute sollten die Möglichkeit haben, ihr Potential zu entfalten. Daher müssen die Steuern gesenkt werden und unser Geld zurückgeholt werden, das jetzt irgendwo im Ausland liegt. 

Anna Ruden, 32, Marketingspeziaistin: Ich würde den Bewohnern von Kleinstädten und Dörfern mehr Aufmerksamkeit schenken. Diese Menschen haben viele Schwierigkeiten – besonders die hohe Arbeitslosigkeit und der Alkoholismus sind ein Problem. Die Menschen werden krank und sterben. Viele kämpfen ums nackte Überleben. Und ein weiteres Problem: Die Menschen verlassen massenhaft das Land, um im Ausland zu arbeiten.

Yuriy Rebryk, 50, Kameramann: Die Institution der Familie muss gestärkt werden. Viele Kinder wachsen nur bei einem Elternteil auf. Das führt zu irreparablen emotionalen Schäden bei den Kindern. Sie erhalten entweder zu viel mütterliche Fürsorge oder zu viel väterliche Härte. Wir müssen deshalb die Vorteile einer intakten Familie wieder mehr in den Blick nehmen und eine Bildungsreform durchführen.

Iryna Tverda, 26, Buchhalterin: Ich bin mit unserer Umweltpolitik unzufrieden. Meine ersten Amtshandlungen würde Umweltfragen betreffen: Mülltrennung, Recycling, die Reinigung von Wäldern und Gewässern. Es muss Geld in die Hand genommen werden, um wenigstens die staatlichen Gebäude auf alternative Energienutzung umzustellen.

   Die Veröffentlichung ist kein Leitartikel. Es spiegelt ausschließlich den Standpunkt und die Argumentation des Autors wider. Die Publikation wird in der Präsentation vorgestellt. Beginnen Sie in der vorherigen Ausgabe. Das Original ist verfügbar unter:  ostpol.de

GEOMETR.IT

15 Comments

  1. Over this period, Petro Poroshenko’s campaign formed a fund of Hr 99.9 million (Hr 26.8 per U.S. dollar) from its own sources, according to the analysis of the report

  2. Over this period, Petro Poroshenko’s campaign formed a fund of Hr 99.9 million (Hr 26.8 per U.S. dollar) from its own sources, according to the analysis of the report

  3. Das alles hatte auch Poroschenko angekündigt, doch er schaffte es nur mit großen Mühen in die Stichwahl und liegt in den Umfragen weit abgeschlagen zurück. Haushoher Favorit ist Herausforderer Selensky, der mit 73 Prozent in den Umfragen führt.

  4. Die Emotionen überschlagen sich: Wie um Himmelswillen kann man einen unterstützen, der nicht sagen kann, was er in seinen ersten hundert Tagen im Amt umsetzen will? Der sich jeder konkreten politischen Diskussion entzogen hat?

  5. Dass Poroschenko – zumindest nominell – der von ihm aufgebaute Süßwarenkonzern Roschen nicht mehr gehört, sei geschenkt, sagt Alexander, “Papier ist geduldig.” Dass Selensky Verträge mit dem Kanal 1 plus 1 hat, der dem Oligarchen und Poroschenko-Gegner Ihor Kolomojsky gehört, findet er dagegen nicht schlimm.

  6. Familie Schumacher träumt von einem Präsidenten, der durchgreift, der die Korruption endlich beendet, den Oligarchen sagt, wer Herr im Land ist. Was er allein aber gar nicht kann, angesichts des Mitspracherechts des Parlaments. Doch die Schumachers hoffen, dass Selensky auch in der Rada bei den kommenden Parlamentswahlen gewinnt. Seine Partei “Sluga Naroda” ist bisher allerdings nicht mehr ist ein Name.

  7. Nun ja, man weiß nicht, wer Merkel wie auf Linie gebracht hat. Denn es ist doch kaum vorstellbar, dass ihr die faschistischen Seiten in der ukrainischen Regierung nicht aufgefallen sein könnten. Sie kennt sicher den Namen

  8. Nachdem Mueller 2 Jahre lang nach Einmischung Russlands in die US- Wahl suchte, frage ich mich, wann die ofensichtliche Einmischung einer Merkel in die Ukrainewahl untersucht wird die sie sogar frech vor den Kameras zelebrierte.

  9. Ich glaube, dazu braucht es keinen Kommentar. Tapeten Wechsel ist angesagt. Die alte Garde hat die Taschen gefüllt nun müssen neue dran. Im Grunde wird sich nicht ändern, die Oligarchen sind zu mächtig. Das Volk wird weiter

  10. War so beim ukrainischen “Zopf”, der libyschen “Regierung”, den “gemäßigten Rebellen” und Kurden in Syrien und jetzt beim ex-“Sicherheits”-Berater, ex-Wirtschaftsminister beim “Kleptokraten” und jetzt wohl ex-Präsidenten, der versuchte, “sein” Volk mit ballistischen!! Raketen zu “einen”. Da ist dann natürlich ein vernünftiges Arbeitsverhältnis zu den wichtigsten Staatschefs der Welt (USA, Russland, China) alternativlose Nebensache, “man” (Frau) ist ja die Größte!

  11. In der Hauptstadt verstehen viele – vor allem diejenigen, die im Bereich der Politik tätig sind, die Eliten und Intellektuellen – die Welt nicht mehr.” (SpOn / C. Hebel) Eigentlich muss man hier nichts mehr ergänzen, sollte es einfach so stehen lassen.

  12. Die Ungläubigkeit, die Fassungslosigkeit und das (ehrliche) Entsetzen darüber, was man selbst angerichtet hat, hätte schon bei der Wahl Trumps zum Nachdenken und in der Folge zum Umdenken führen müssen. Aber noch immer stehen die “Eliten und Intellektuellen” wie der Ochs vor dem Berg. Tipp: Das ‘key word’ lautet Neoliberalismus.

  13. Fernsehshowgeschäft wird, kann man sich als Schauspieler oder Showdarsteller eine Anhängerschaft züchten, die eine erwiesenermaßen korrupte Wirtschaftsoligarchenclique aushebeln will und glaubt, eine einzelne Person mit künstlichem Saubermannimage in einer Film- oder Fernsehrolle könne den Saustall ausräumen

  14. In Deutschland führte das 1923-1933 ein gewisser Herr A.H. vor, in Amerika ein Herr Reagan und ein Herr Trump. Wer als Finanzier hinter denen steht: diese Frage stellt sich einem Fan nicht mehr, denn dieser glaubt an seine Heilsperson und läßt sich nicht von vernünftigen Argumenten vom einmal beschrittenen Heilsweg abbringen. Das wäre inzwischen leider auch in Deutschland wieder möglich.

Добавить комментарий

Your email address will not be published.

Latest from

Go to Top