“Jeder ist seines Glückes Schmied”

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GEOMETR.IT  acTVism Munich

* Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünscht für diese Welt. Mahatma Gandhi

Vermutlich würden die meisten Politiker und auch viele jenseits des politischen Betriebs diese Frage verneinen. Wie wir uns verhalten, wie wir mit anderen umgehen, das ist unsere Privatangelegenheit und keine öffentliche Angelegenheit. Soll sich Politik auch noch darum kümmern, wie Menschen einander begegnen, ob sie friedlich miteinander umgehen oder gewalttätig, ob die Gewalt wächst, ob sie solidarisch sind, ob sie kommunikativ sind, also offen und gerne miteinander reden und sich auch unterhalten, wenn sie sich vorher nicht lange gekannt haben usw.? 

Die ARD hat am 23. Juli 2018 in einer Dokumentation unter dem Titel „Das verrohte Land – Wenn das Mitgefühl schwindet“ gezeigt – siehe hier, – wo wir inzwischen gelandet sind. In der Anmoderation heißt es:

„Bürgermeister werden mit Messern angegriffen, Feuerwehrleuten werden die Reifen zerstochen, weil ihr Einsatzwagen die Straße versperrt. Szenen von Aggressionen, die tagtäglich in Deutschland passieren. Woher kommt die zunehmende Verrohung?“

In der Dokumentation der ARD wurde geschildert, dass und wie sich die Lage verschlechtert habe. Pfleger und Krankenschwestern, Polizisten und ein Oberbürgermeister, Feuerwehrleute und ein Wissenschaftler gehen der Frage nach, warum Menschen unfreundlich und aggressiv miteinander umgehen und warum die Gewalt zunimmt.

Mit dem Hinweis auf dieses sehenswerte Video will ich mir nicht jede Einzelheit dieser Dokumentation zu eigen machen. Darum geht es hier und jetzt nicht. Das Video zeigt jedoch, dass das Verhalten von Menschen und der Umgang von Menschen mit anderen keine Privatangelegenheit ist. Unser Wohlbefinden hängt ganz wesentlich davon ab, wie wir miteinander umgehen. Und wenn Gewalt und Verrohung zunehmen, dann leiden wir.

Die Qualität unseres Lebens und auch unser Wohlstand hängen natürlich davon ab, was wir verdienen, ob wir überhaupt Arbeit haben und davon, ob wir sozial gesichert sind gegen Krankheit, Arbeitslosigkeit und die Risiken des Alters. Aber diese materielle und soziale Basis alleine macht das Wohlfühlen und damit auch den Wohlstand vieler Menschen noch nicht aus. Dieses Wohlbefinden wird ganz wesentlich auch von einem förderlichen und freundlichen Umgang bestimmt.

Wie Menschen miteinander umgehen, das kann Politikern egal sein, oder sie können sich darum kümmern und versuchen, das Verhalten der Menschen im Umgang zu beeinflussen, sie können zum guten und gewaltfreien Umgang ermuntern.

Warum ist die Stimme von Politikern und anderen Menschen mit Gewicht in der öffentlichen Debatte von Bedeutung?

  • Sie könnten mitbestimmen, wer das Sagen in der Gesellschaft hat, wer den Ton angibt. Zurzeit beherrschen die Rohen, der Protz von Größe und PS-Stärke das Geschehen und die Stimmung.
  • Die neoliberale Parole “Jeder ist seines Glückes Schmied” ist hoffähig, Solidarität und Rücksichtnahme sind veraltete Tugenden. Dass das so gekommen ist, folgt aus der agitatorischen Stärke der dahintersteckenden Interessen und dem Schweigen bis hin zum Ermuntern durch die begleitende Politik.
  • Zwangsläufig war das nicht. Und hoffnungslos ist die Lage auch nicht. Nahezu jedem Menschen ist neben der Suche nach dem eigenen Vorteil auch die Neigung zu solidarischem Verhalten eigen. Die egoistische und die altruistische Komponente existieren nebeneinander.
  • Ob die altruistische Komponente zum Tragen kommt, hängt auch davon ab, ob dazu ermuntert wird und was von den Mitmenschen zu erwarten ist. Wenn sich die anderen solidarisch verhalten, dann fällt es leichter, ähnliche Regungen zu zeigen und danach zu leben.

Das Bedürfnis nach einem friedlichen Umgang, nach Kommunikation und das Bedürfnis nach Austausch und Zusammenleben mit anderen ist ein sehr dominantes menschliches Bedürfnis. Heute leiden viele Menschen unter der Aggression im Umgang miteinander und unter dem Verlust ihrer Kommunikationsmöglichkeiten.

Hier könnte die Politik ansetzen. Wer den Menschen hilft, mit anderen zu kommunizieren, wer ihnen hilft, ohne Gefahr und mit Gewinn solidarisch zu sein, wird Sympathien ernten. Das wäre die Basis für eine große Kampagne für den friedlichen Umgang und gegen Verrohung, für Solidarität und gegen Egoismus.

YOUTUBE: Dieser Beitrag ist eine Zusammenstellung von informativen, inspirierenden und lösungsorientierten Videos, die thematisieren, warum wir die Welt zum Besseren verändern müssen, und verschiedene Möglichkeiten nennen, die jeder ausprobieren kann, um dies zu erreichen.

   Die Veröffentlichung ist kein Leitartikel. Es spiegelt ausschließlich den Standpunkt und die Argumentation des Autors wider. Die Publikation wird in der Präsentation vorgestellt. Beginnen Sie in der vorherigen Ausgabe. Das Original ist verfügbar unter: acTVism Munich

GEOMETR.IT

6 Comments

  1. Den ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten, empfinden immer mehr Menschen als unverzichtbar für ein positives Lebensgefühl. Wie sich Nachhaltigkeit mit spielerischer Leichtigkeit in den Alltag integrieren lässt, dafür haben Ilona Koglin und Marek Rohde spannende Tipps und viele neue Ideen – angefangen von Ernährung und Wohnen bis zu Reisen in die weite We

  2. Willst Du die Welt verändern…dann verändere dich.“ Inspiriert durch ein Gedicht des chinesischen Philosophen Laotse beginnt die Exkursion bei einem selbst – der eigenen Haltung, dem Körper, der Ernährung

  3. Die Chancen für eine bessere Welt standen noch nie so gut wie heute, denn noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte hatten wir so viele Möglichkeiten, wie heute. Mit dieser positiven Einstellung leiten Ilona Koglin und Marek Rohde durch 18 Themenbereiche unseres Alltags. In einer einzigartigen Mischung aus Nachschlagewerk, Lesebuch und Ratgeber stellen die beiden Autoren inspirierende Ideen und zukunftsweisende Utopien vor – zeigen aber auch praktisch und konkret, wie der Wandel hin zu einem öko-sozialen Lebensstil im Alltag aussehen kann.

  4. Wir wollen uns heute die fünf sogenannten Megatrends anschauen. Die Studienautoren um Dr. Hannes Fernow entwickelten sie in einem mehrstufigen Prozess. In der ersten Phase sichteten die Forscher entsprechende Literatur, um Hypothesen zu bilden. Diese wurden in Zusammenarbeit mit 17 jungen Experten aus Wissenschaft und Start-up-Szene erarbeitet.

  5. In Zukunft werden wir noch viel mehr von Dingen umgeben sein, die untereinander vernetzt sind und sehr viel über uns wissen. Sie werden uns stark entlasten, weil sie uns unzählige Entscheidungen abnehmen, die uns die unendlichen Möglichkeiten der digitalisierten Welt aufdrängen.

  6. Gewissermaßen die Gegenbewegung zu Globalisierung und Digitalisierung. Wenn die Welt immer unübersichtlicher und ungreifbarer wird, bekommt die unmittelbare physische Umwelt neue Bedeutung. Die Biokiste mit saisonalem Gemüse aus der Region steht schon heute symbolisch für diese Rückbesinnung. Phänomene wie Urban Gardening kann man ebenfalls diesem Trend zurechnen.

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