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Kluft

Der Alltag der Ostdeutschen

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* Die Diskussion über die Geschichte hat sich immer mit den großen Hauptereignissen beschäftigt.

Im Fall der Geschichte der DDR und ihrer Aufarbeitung hat man bei den Problemen, den Ursachen und den Schuldzuweisungen verweilt.

Die Folge dieser Methode war und ist die Unterscheidung zwischen den Bürgern einer Westdemokratie und den Bürgern einer ost- deutschen Diktatur; in diesem Schema werden die Ostdeutschen in Guten (wer zum Widerstand und zur Opposition gehörte) und in Bösen (wer das System unterstützte) unterteilt; der Rest steht unter dem Verdacht der Komplizenschaft.

Obwohl die öffentliche Debatte über die Geschichte der DDR sich überwiegend den diktatorischen Aspekten seines Staats und seiner Partei zugewendet hat, hat sich die Aufmerksamkeit der Mehrheit der Ostler auf die Untersuchungsperspektive der sozialen Geschichte und des Alltags gerichtet. Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet, ist es der Versuch seitens der Ostler, das Gedächtnis im öffentlichen Gespräch über die Geschichte zu schützen.

Der Alltag der Ostdeutschen stellt einen wesentlichen Bestandteil des Gedächtnisses dar, um die Kultur und das Sein der DDR zu erhalten. Wie man in den vorhergehenden Kapitel gesehen hat, bildeten sich schon am Ende des Jahres 1989 und am Anfang des Jahres 1990 während der Auflösung der DDR Stapel von Möbeln, Kleidung, Hausrat, Büchern und Dokumenten an den Wohnorte, die weggeworfen waren, um durch neue westliche Produkte ersetzt zu werden.

Dieser Prozess war so schnell, dass man fürchtete, dass alle die Gegenstände des Alltags der DDR verloren gehen könnten; daher hat diese materielle Kulturbewegung der DDR sofort das Interesse der privaten Sammler geweckt, zunächst jedoch noch ohne wissenschaftlich- museales Interesse.

In diesem Zusammenhang wurden die Sammlungen über die Geschichte der DDR außer wenigen Ausnahmen, die schon in Ostdeutschland waren und die über eine große Anzahl von Gegenständen verfügten, abgebaut. Ein bedeutsames Beispiel ist die Beendigung der Dauerausstellung des nationalgeschichtlichen Museums von Ost Berlin, das zum 40. Jahrestag der DDR eröffnet worden war.

Diese – wie andere Demontagen- ist die Bestätigung, dass die DDR nur zu einem geringen Teil eine Studie der eigenen Gesellschaft gemacht hatte, die sich darüber auf die politischen und kulturellen Aspekte beschränkt hatte.

DAS DOKUMENTATIONSZENTRUM ALLTAGSKULTUR DER DDR IN EISENHÜTTENSTADT

  • Das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR (DOK) ist das Museum für die Alltagsgeschichte und Alltagskultur im Osten Deutschlands, genauer in Eisenhü
  • Es wurde im Jahre 1993 auf Beschluss des Gemeinderats gegründet, der besagte, statt eines musealen Wiederaufbaus der DDR fördern, den Prozess der Selbstzerstörung einer Gesellschaft begleiten zu wollen.
  • Der Staat DDR hatte sich schneller als die Gewohnheiten, die Mentalität, die Sprache und die Objektumwelt seiner Bürger 47 aufgelö Das Problem waren die Quellen, auf denen eine öffentliche und wissenschaftliche Untersuchung aufbauen konnte.
  • Die institutionelle Gliederung der staatlichen Archive konnte nur den Gesichtspunkt des Staats zeigen; außerdem konzentrierten sich die konventionellen Quellen auf schriftliche Dokumente, auf Fotografie und Kunst, weil man mutmaßte, dass die Objekte der materiellen Kultur einen Soforteindruck geben konnten.
  • Die Alltagskultur stand nicht im Mittelpunkt des Interesses der Institutionen. In diesem Zusammenhang ist klar, dass das DOK am Anfang als Archiv der materiellen Kultur konzipiert worden ist.

Dem Museum wurden Gebrauchsgegenstände geschenkt, denen der beigefügte Kommentar des Spenders die Bedeutung, die sie im Alltagleben hatten, zurückgab. Die Sammlung ist vom Standpunkt der Geber aus erstellt worden. „Die Sammlungen umfassen heute etwa 150 000 Objekte aus allen Bereichen der Alltagskultur. Sie sind überwiegend aus Schenkungen aus der Bevölkerung hervorgegangen.

“96 Diese Sammlungen sind nach den Kriterien der Geschichtskatalogisierung weder vollständig noch geordnet, weil viele Gegenstände, mehrfach vorhanden, keinen exemplarischen, sondern nur einen emotionalen und daher privaten Wert haben. Zum Beispiel sind besondere Hausaltgeräte mehrmals an das Museum verschenkt worden; dagegen sind Objekte wie private Fotoalben nicht vorhanden, da sie für Kinder und Enkel verwahrt werden. Außerdem:

[fassen Sammlungen] etwa 70.000 Objekte aus allem Bereich der Alltagskultur in der DDR [um] und gehören zu den für dieses Thema bedeutenden in Deutschland. Mobiliar und Raumausstattungen, Hausrat und technische Konsumgüter, Kleidung, Verbrauchsgüter wie Nahrungsmittel und Verpackungen, Objekte aus dem beruflichen Umfeld sowie materielle Hinterlassenschaften aus dem gesellschaftlichen Bereich.“97

Dies sind nur einige Beispiele, aber sie reichen aus, um zu bezeugen, wie die Abgabe eines Objekts für die Geber eine Gelegenheit ist, um über den Sinn und die Museumswürdigkeit ihrer Geschenke nachzudenken. Nach dieser Auffassung nimmt der Kommentar, der das geschenkte Objekt begleitet, eine besondere Bedeutung ein, weil er sich auf echte Lebenserfahrungen stützt. Es ist nicht der einfache Wechsel eines Gebrauchsgegenstands in die Archivierungswelt, sondern es ist ein Versuch, die mündliche Geschichte zu belegen. Wenn die Ostalgie unter dem Aspekt der Alltagskommunikation von den gemeinsamen Erfahrungen lebt, so geben die Gegenstände der Sammlungen des DOKs das Stichwort zu einer Kommunikation über die Geschichte und über die existenzielle Erfahrung

   Die Veröffentlichung ist kein Leitartikel. Es spiegelt ausschließlich den Standpunkt und die Argumentation des Autors wider. Die Publikation wird in der Präsentation vorgestellt. Beginnen Sie in der vorherigen Ausgabe. Das Original ist verfügbar unter:dspace.unive.it

 

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DIE OSTALGIE hat eigenen Geschmack

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Einige Jahre nach der Wiedervereinigung zeigt sich das Phänomen „Ostalgie“ in einem Revival der alten östlichen Marken; in einem Wiederaufblühen der Produkte, die mit der Wende durch die Neuheit der westlichen Waren ersetzt worden waren.

 „In Handel Ostdeutschlands waren seit 1991 auch allmählich wieder Produkte im Angebot, die in Ostdeutschland produziert wurden. […] Zudem war die Phase des neugierigen Ausprobierens beendet. Eine Studie über die Marktpräsenz einheimischer Frischwaren im Sortiment des Lebensmittelhandels im Jahr 1993 stellte fest, dass in jedem zweiten Geschäfts Sachsens der Anteil sächsischer Frischwaren um die 40% lag“.

Eine wichtige Rolle wurde von den Medien, der Werbung und den kommerziellen Angeboten gespielt, die mit gezielten und wirkungsvollen Schlagworten die Erinnerung in den Menschen wieder zu erwecken suchten. Das Ziel war, die alten Produkte wieder auf den Markt zu bringen und den Ossis ein Zugeh.rigkeitsgefühl ihrer Vergangenheit gegenüber wiederzugeben.Diese Produkte wurden in der Qualität verbessert; modernisiert wurden auch das Etikett und die Werbegrafik, auch wenn sie grundsätzlich Wiedererkennungswert hinsichtlich des Geschmacks haben mussten.

Damit „“die Produkte von früher“ wiedererkannt wurden, wurden sie dementsprechend beworben“. Die Produktwerbung sollte die Verlustgefühle und die positiven Erinnerungen an die DDR berühren. Ein Beispiel sind die filterlosen Zigaretten Karo, die während der DDR die Zigarette der Dissidenten und Künstler waren; ihre Qualität hatte immer als schlecht gegolten, aber „im Jahr 1991 versprach ein Werbe-Slogan für die Karo, dass man mit Karo-Rauchen einen “Anschlag auf den

Einheitsgeschmack!” verüben könne“.65 Der Zweck war klar, weil die Werbung zeigte wie die alten Produkte, die einst nur als Ersatzmittel von minderer Qualität im Vergleich zu den westlichen Produkten betrachtet wurden, jetzt als echt und authentisch wieder geschätzt wurden.

 „Zu DDR-Zeiten galten viele Erzeugnisse einheimischer Produktion als schlechte Kopien, Surrogate der westdeutschen Originale. Die weiß-blaue Florena  galt halt nur als die Ost-Nivea. „Richtiger“ Kaffee kam aus dem Westen, ebenso wie die „richtige“ Schokolade oder Zigaretten. Nun wird die Sache ins Gegenteil verkehrt: Die Ostprodukte sind die echten, unverfälschten. Die Zigaretten sind nicht parfümiert, die Brötchen nicht „aufgeblasen“, das Bier kräftigherb und die Wurst ist nicht „light“, sondern „knackig“.“

Im Jahr 1997 wurde sogar der Kaffee Rondo aufgewertet, der in der DDR als geschmacklos angesehen war; auch andere Produkte kamen wieder in Mode, wie die Schokolade Knusperflocken, der Kaffe Mocca-fix, die Club-Cola, die Zigarette Cabinett und der Sekt Rotkäppchen.

Aber ein Jahr nach dieser Umfrage trat ein radikaler Wechsel der Meinung ein, die Nachfrage und daher der Verkauf von Ost-Kaffee steigerten sich. Ost- Produkte wurden wieder hergestellt, nachdem sie – wie zum Beispiel die Schlager-Sü.tafel Bambina – wegen der Nachfrage von West-Produkten ins Stocken geraten waren.

Diese Wiedergeburt der DDR- Produkte konnte eine Antwort auf die Entwertung des Alltags in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik sein. Die Verbraucher identifizierten sich mit dem vergangenen Leben in der DDR, indem sie sich zu den Produkten und Marken, die an der Tagesordnung waren, bekannten und ihnen besondere Wichtigkeit beimaßen. Ein anderer interessanter Aspekt ist, dass diese Produkte nicht nur die Wurzeln der DDR zurück gewinnen wollen, sondern auch einen direkten Bezug auf die sozialistische Ideologie und auf ihre

Symbole markieren. Thomas Ahbe nennt das Beispiel des neuen Biers Roter Oktober, für das im Jahr 1999 geworben wurde. Der Werbeslogan und das Etikett verfolgten offensichtlich diesen Zweck:

wie man in dem Bild unten sehen kann, ist das Etikett rot; oben ist eine Ährenkrone, in der ein sowjetischer Stern steht. Der Biername ist in Großbuchstaben geschrieben und das R ist verkehrt herum wie das kyrillische “” dargestellt. Der Slogan fragt „Heute schon Genossen?“ und spielt über die Duplizität des Ausdrucks “Genossen”, der als Verb das Partizip Perfekt von genießen ist und als Substantiv (mit dem Großbuchstaben) sich auf das politische und kommunistische Wort “Freund”

bezieht. Und natürlich bezieht sich der Name des Biers auf die große sozialistische Revolution.

Die Wiederverwertung dieser Produkte wurde am Anfang von den Ossis mit Begeisterung gefeiert, aber es sind nur wenige Bürger, die noch heute nur Ostprodukte kaufen; für die Jugendlichen sind sie eine postmoderne Konsummöglichkeit, um sich die Gegenstände des Alltags ihrer Eltern wieder anzueignen, oder eine Mode.

Zwar gibt es viele Geschäfte und Webseiten, die diese Produkte und andere Erinnerungsstücke anbieten, aber richtige Ostalgiker, die in einer Wohnung sitzen, die als ein Mausoleum der DDR erscheint, gibt es kaum; die meisten heben lieber verschiedene Objekte, die ihr eigenes Leben gezeichnet haben, auf; oder es suchen DDR- Freunde Produkte, Objekte, Möbel und Symbole der Zeit, um sie zu sammeln. Ich glaube, dass solche Gegenstände an eine schöne Erinnerung gebunden sind und sich in einiger Zeit in den Supermarkt-Regalen oder auf einem Flohmarkt befindenwerden.

Es ist normal, dass man ein nostalgisches Gefühl bei der Wiederentdeckung des Alten empfindet; man ist versucht, den Gegenstand zu kaufen, um die alten Gefühle wieder zu erwecken.

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ВЕНГРИЯ и СОРОС-ЗЛОДЕЙ 21.12.2017

ПОЛЬША и АННА КАРЕНИНА 21.12.2017

ВЫШЕГРАД. Покажет ли он твердый средний палец унылой ЕВРОПЕ?  21.12.2017

В 2018 году НАЧИНАЕТСЯ ПРОШЛОЕ или Будущее? 21.12.2017

ИНТИМНЫЙ УЖИН и ТРУБОПРОВОД 21.12.2017

Ukraine strikes back 21.12.2017

Polityka europejska a Powstanie Warszawskie  21.12.2017

Poland is an Example Again 21.12.2017

Ukraine. Eine erinnerungskulturelle Zerreißprobe 21.12.2017

Polen will nicht für Multi-Kulti sterben  21.12.2017

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Ostdeutschland: Zum Schaden auch noch den Spott.

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«Zum Schaden auch noch den Spott!» So beklagten viele Ostdeutsche, dass die Versprechen nicht eingehalten wurden, ihre Lage sich stets verschlechterte und sie sich außerdem nicht genügend durch  die Westdeutschen unterstützt fühlten. Im Kontrast dazu empfingen viele Westdeutsche die neuen Landsleute mit  Berlegenheitsgefühl und warfen ihnen geringe Opferfähigkeit, Gier, alles sofort zu haben, sowie die naive Vorstellung, dass der Staat alle Probleme lösen konnte vor.

Ihrerseits reagierten die Ossis mit Minderwertigkeitsgefühl und Selbstbemitleidung. Nicht wenige übten Kritik an den Ossis, weil sie 40 Jahre lang keine Reaktionsfähigkeit gegen die Gewaltherrschaft entwickelt hatten.

Anderseits stauten sich in den Ostdeutschen Enttäuschung, Frustrierung und Ernüchterung an; das Leben in dem vereinigten Deutschland erwies sich für sie als verfremdend; die Ostdeutschen lernten die wahre westliche Gesellschaft kennen, die sich auf Konkurrenz und Kapitalismus stützt.

Das neue System der Administration und der Arbeit funktionierte anders als das alte, deshalb mussten die Ossis neues Wissen anwerben und neue Methoden erlernen; eine Arbeit, die ein ganzes Leben lang ausgeführt worden war, stellte sich jetzt als neu dar. In diesem Zusammenhang ist der Vergleich, den Thomas Ahbe in seinem Aufsatz über die Ostalgie macht, sinnfällig; er vergleicht die Lage der Ossis mit der Lage der Immigranten, die, wenn sie in ein neues Land kommen, die Regeln, die Sprache die

Arbeit und die Lebensgewohnheiten lernen müssen.

«Die oben beschriebenen Konflikte können auch als Verlusterfahrungen beschrieben werden: was früher eine nützliche Fähigkeit war, gilt nun nichts mehr. Was früher funktionierte, gelingt nicht mehr. Die Fähigkeiten und das Wissen, das man sich angeeignet hätte, und die den Erfolg des eigenen Handels und das eigene Selbstbewusstsein begründet, waren entwertet, weshalb man sich wieder neue Fähigkeiten und neues Wissen aneignen musste. Erwachsene wurden in enormer Breite und Tiefe wieder zu Lernenden. Das kennt man aus der Situation von Immigranten. 

Auch Immigranten müssen die neuen Regeln des Einwanderlandes erlernen und befolgen. […] Wie Immigranten hatten die Ostdeutschen zu lernen, wie die neue Gesellschaft funktioniert und welches ihre geschriebenen und ungeschriebenen Gesetzes sind.» 

Das Seltsame dabei ist, dass die Westdeutschen die „Fremden“ in einem fremden Land waren und die neuen Regeln bestimmten. Gewöhnlich sind die Geburtsbürger, die Regeln aufstellen, aber in dem Fall der Ossis passierte genau das Gegenteil; außerdem erklärt die letzte Passage vom folgenden Zitat sehr gut das Minderwertigkeitsgefühl der Ostdeutschen den Westendeutschen gegenüber.

 «Man kann die paradoxe Situation auch mit der Dimension von „Einheimischen“ und „Fremden“ beschreiben. Während des Aufbaus Ost waren die kulturellen Rollen zwischen Einheimischen und Fremden vertauscht. Für gewöhnlich ist der Fremde ein Außenstehender, der erst allmählich entschlüsseln kann, was vor sich geht. […] 

Das Paradoxe während der Transformation im Osten war nun, dass die Fremden- also die westdeutschen Aufbauhelfer- im Besitz des wichtigen Wissens um die geschriebenen und ungeschriebenen Regeln waren, während das Wissen der Einheimischen zwar exklusiv- aber in der neuen Kultur recht wertlos war. Auch diese Verkehrung des üblichen Verhältnisses zwischen Einheimischen und Fremden nährte auf Seiten der Ostdeutschen ein Gefühl des Verlustes 

Die Führungsschicht der alten Bundesländer war weggekehrt worden, die Führungsstellen mit höheren Politikverantwortung und Amtshaftung waren von Westdeutschen bekleidet. Die Gesellschaft der ehemaligen DDR war auch von der intellektuellen und akademischen Elite beraubt worden, die wegen ihrer angeblichen Unzuverlässigkeit gezwungen wurde, abzutreten.

Den östlichen Bürgern waren die Richtwerte genommen worden, mit denen sie aufgewachsen waren, und es war schwierig sie durch andere Werte wie Demokratie und kapitalistischen Markt zu ersetzen.

Diese Anpassungsfähigkeit wurde dadurch, dass der freie Markt keine positiven Ergebnisse ergab und bis heute immer noch nichtergeben hat, frustriert: die Arbeitslosigkeit ist im Osten noch immer höher als im Westen, es gibt immer noch einen Lohnunterschied zwischen den zwei Teilen Deutschlands, die Lebenshaltungskosten sind in den neuen Ländern bemerkenswert höher als im Westen gestiegen und das Sozialhilfenetz ist zum großen Teil abgebaut worden.

Die Bürger aus den zwei Teilen Deutschlands stießen auf Unterschiede auch im Verhalten und im Charakter, was durch die je andere geschichtliche Erfahrung bedingt ist:

 «Viele Ostdeutsche empfanden das im Osten eingeführte westdeutsche System und die Personen, die es repräsentierten, als „kalt, herzlos und formal“. Viele der westdeutschen Aufbauhelfer in den Behörden empfanden wiederum die Vorstellungen des einheimischen Verwaltungspersonales oft als inkompetent, informell und von „unprofessionellem Mitleid“ bestimmt. Die Ostdeutschen prägten den Begriff vom „Besser-Wessi“ und die Westdeutschen den vom „Jammer-Ossi 

Dieses Frustrations- und Demütigungsgefühl ist oft in Gewalttaten und Ausländerfeindlichkeit durch viele rechtsextremistischen Gruppen gemündet. Die Behörden haben festgestellt, dass diese xenophobe extremistische Gewalt insbesondere das Ergebnis der jugendlichen Frustration ist, zu der psychologische und kulturelle Ursachen (s.o. Richtwertenverlust) sowie eine weit verbreitete

Arbeitslosigkeit in der ehemaligen DDR hinzu kommen. Abschließend lässt sich sagen, dass- obwohl die Ostdeutschen einerseits ihre Lebensgewohnheiten, ihr soziales und wirtschaftliches Modell geändert haben und die Westdeutschen andererseits mehr als 1000 Milliarden Euro in über 15 Jahren zur Verfügung gestellt haben- noch keine echte innere Einheit vorhanden ist. 

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МАЙДАН и ТЕАТР ОДЕОН  15.12.2017

Die Pressekonferenz des Jahres in Russland  15.12.2017

В. ПУТИН: Не втягиваясь в гонку вооружений. Не разрушая бюджет  15.12.2017

Maraton pytań do prezydenta  15.12.2017

Russia. The perisdent`s speech 15.12.2017

Что за смысл жизни — обогнать всех на коньках?  15.12.2017

Молдова. Киллер придет завтра? Усато-Додонистая Плаха  15.12.2017

A.Babis. Идея о Европе 2-х скоростей вызывает смех  15.12.2017

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DIE OSTALGIE UND WARUM ENTSTEHT DIESES GEFÜHL.

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*„Ostalgie, die;- [geb. aus Ost [deutschland]u. r Nostalgie]: Sehnsucht nach [bestimmten Lebensformen] der DDR.“ 

Der Neologismus „Ostalgie“ (von Ost und Nostalgie) ist von dem ostdeutschen Kabarettist Uwe Steimle in den 90er Jahren geprägt worden, der ihn am 25.Novermber 1992 am Deutschen Patentamt27 registrieren ließ. Mit diesem Wort will man das Gefühl beschreiben, das sich weniger als ein Jahr nach der Wiedervereinigung wegen der Unzufriedenheit der Ostdeutschen zu bilden begann.

Fast sofort nach der anfänglichen Euphorie (die Meinungs- und Bewegungsfreiheit wieder zu haben, die westlichen Produkte kaufen zu können und insgesamt einen besseren Lebensstandard zu erreichen), änderten die Menschen wegen der Probleme, die die Vereinigung verursacht hatte ihre Meinung; sie fühlten sich wegen der uneingelösten Versprechungen der Regierung auf den Arm genommen28 und sie trauerten der eben erst verschwundenen DDR, ohne an deren negative Aspekte zu denken, nach.

Aber was ist genau die Ostalgie? Ist sie nur ein pfiffiger Ausdruck, der den Wechsel in der ehemaligen DDR hervorhebt? Ein Ausdruck des Grolls? Ein naives und sehnsüchtiges Heimweh nach dem Alten im Kontext der Verunsicherung durch die neue kapitalistische Lage? Oder ist sie ein Schlagwort, in dem sich die kollektive Identität als Opfer der Ereignisses fühlt? Verschiedene Schriftsteller und Gelehrte haben dem Wort eine eigene mehr oder weniger positive Definition gegeben.

Seit dem Jahr 1993 gehört der Ausdruck der deutschen Sprache, um eine Anzahl von Verhaltens- und Denkweisen (die im Einzelnen sehr unterschiedlich sein können) zu bezeichnen, die jedoch alle auf eine Nostalgie im Hinblick auf das Verschwinden der DDR verweisen;

keine Nostalgie nach der realen DDR, sondern nach einer DDR, die so wäre, wie man sie sich gewünscht hatte: ein Unterschlupf vor den Angriffen der Geschichte (ein Zufluchtsort vor der Gewalt der Vergangenheit), ein Ort des „Widerstands“ gegen die Vergangenheitstilgung, die Forderung nach einem Unterschied

Interessant in Ahbes Forschung ist die Definition von Ostalgie, die er als Integrationsstrategie bestimmt. 

Vielmehr als das ist Ostalgie jedoch eine Integrationsstrategie. Ostalgie weist- mehr oder weniger demonstrativ- darauf hin, dass ein Teil der Ostdeuteschen bei ihrer Integration in das vereinigte Deutschland, auf ihre eigenen, von denen der westdeutschen Mehrheit abweichenden Erfahrungen, Erinnerungen und Werte nicht verzichten wollen. 

Der Soziologe bemerkt, dass die Ostalgie ein Gefühl ist, in dem die Ostdeutschen die eigene Identität wiederfinden. Sie biete eine andere Bewertung der DDR und ein neues Bild der Bundesrepublik. Sie sei eine Überlegung, die die Veränderungskrise und den Sturz der alten Gesellschaft im Nachhinein analysiert. Die Ostdeutschen haben nämlich festgestellt, dass sich ein Gefühl der Enttäuschung und damit die Nostalgie nach der ehemaligen DDR nach dem westlichen Gelage35 ausgebreitet haben. Und die Westdeutschen verstehen nicht, dass ihre Landsleute die wirtschaftlichen Probleme und den schwierigen Konflikt zwischen ihrer eigenen Alltagslebenserfahrung und der aktuellen Dämonisierung der DDR lösen müssen. 22 Jahre nach der Widervereinigung hat sich der Unterschied zwischen Ost und West vergrößert: die Menschen beider Deutschlands fühlen sich einander immer fremder.

Ein anderer Aspekt der Ostalgie, der mehr oder weniger als kommerziell betrachtet werden kann, ist das Internet- Phänomen.

Im Jahr 2004 sind dank den Ostalgie- Shows, den großen Werbekampagnen und dem Boom der Ost- Produkte in den Supermärkten viele Sites für den Verkauf dieser Produkte entstanden. In diesen Websites kann man alles finden: Lebensmittel, Einrichtungsgegenstände, Möbel, Spielzeuge, Kleidungen, Bücher und Hausrat der ehemaligen DDR, jedoch ist die Mehrheit dieser Produkte gewöhnlich eine Kopie.

 Es gibt auch Sites für Liebhaber und Sammler, in denen die angebotene Ware authentisch ist. Alle diese Websites zeigen ein reiches Sortiment und sind gut organisiert. Es gibt jeweils Verzeichnisse, die in den berühmtesten Sites www.ossiladen.de, www.ostprodukte-versand.de, www.kaufhalle-des-ostens.de, und www.ostprodukte.de einander sehr ähnlich sind: sie unterteilen die Produkte in Hauptkategorien: Lebensmittel, Getränke, Drogerieartikel, Bekleidung und Accessoires, Wohnen, Freizeit. Natürlich ist von Ostalgie sehr oft die Rede.

“Witze über die DDR” oder “Witze aus der DDR” viele Sites und man hat die Qual der Wahl. Ich zitiere zwei Witze aus der Site http://www.steffennet.de :

“Du Schatz, ich lese hier gerade: ‘Die DDR gehört zu den zehn führenden Industrie-Nationen der Welt.’, ich glaub’, das schreibe ich mal unserem Onkel Herbert in Düsseldorf.” “Klar, mach das… und wenn Du grade dabei bist – er soll zu Ostern ein paar Rollen Klopapier mitschicken…” „ „Erich Honecker geht im Hafen von Rostock spazieren. Er sieht drei Schiffe vor Anker liegen. Er geht zum ersten und fragt einen Matrosen: “Na Genosse, wohin geht die Reise?” “Wir bringen Düngemittel nach Mosambik und kommen mit einer Ladung Bananen zurück!” “Gut Genosse! Weitermachen!” Beim zweiten Schiff die gleiche Frage: “Na Genosse, wohin geht die Reise?” “Wir haben Fahrräder geladen, die wir zu Genosse Fidel Castro bringen. Zurück kommen wir mit einer Ladung Zucker!” “Gut Genosse! Weitermachen!” Letztendlich beim dritten Schiff: “Na Genosse, wohin geht die Reise?” “Wir bringen Zucker und Bananen nach Leningrad!” “Und womit kommt Ihr zurück?” “Na wie immer – mit der Eisenbahn…” 

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Ossi – Wessi: Passt das?

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*Mauereröffnung war keine beachlossene Sache

Die Entwicklung seit Mitte der achtziger Jahre deutete vielmehr in die entgegengesetzte Richtung. Die Welt hatte sich an die deutsche Teilung gewöhnt. Die DDR war auf der Bühne der internationalen Politik inzwischen anerkannt.

Und da weder im Ausland noch in Deutschland selbst die Existenz zweier deutscher Staaten, auf der die europäische Ordnung seit 1945 basierte, in absehbarer Zeit für revidierbar gehalten wurde, ohne den Frieden in Europa zu gefährden, zog man es allgemein vor, den Status quo der Teilung bereits für den “Normalzustand” zu halten.

Die Wende vom Herbst 1989 traf daher Ost und West unvorbereitet. Obwohl es bei näherer Betrachtung zahlreiche Hinweise und Vorboten für den Wandel im kommunistischen Lager gegeben hatte, wurde man davon im Westen ebenso überrascht wie in der Sowjetunion. Dementsprechend unsicher waren anfangs die Reaktionen: Einerseits bestand die Hoffnung auf größere Freiheit bzw. – aus sowjetischer Sicht – den endgültigen Sieg der Perestroika; andererseits gab es Furcht vor einem möglichen Wiederauflebender Deutschen Frage und einem Rückfall in die Probleme der Zeit vor 1945.

Zwar bemühten sich Gorbatschow und seine Mitarbeiter bereits unmittelbar nach der Maueröffnung am 10. November 1989 in Kontakten mit der amerikanischen Administration und der Bundesregierung sowie mit der SED-Führung, eine unkontrollierte Eskalation der Entwicklung – etwa eine spontane Wiedervereinigung durch die Bevölkerung in Ost- und Westdeutschland – zu verhindern und einen friedlichen Wandel in der DDR zu ermöglichen.

Aber andere Kräfte in Moskau – vor allem im Parteiapparat und beim Militär – plädierten mehr oder minder offen für die Anwendung von Gewalt, um die Situation unter Kontrolle zu bringen: Eine “chinesische Lösung” nach dem Muster der Niederschlagung der Reformbewegung in China war daher keineswegs auszuschließen.

So drohte der ehemalige sowjetische Botschafter in Bonn, Valentin Falin, der inzwischen Leiter der Internationalen Abteilung des Zentralkomitees der KPdSU war, bei einem Empfang in Ostberlin in kleinem Kreis, man werde “eine Million Truppen schicken, um die Grenzen wieder zu schließen”.

In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” erklärte er darüber hinaus, falls Gorbatschow beabsichtige, seinen Willen “in eiserner Manier” durchzusetzen, brauche er – oder sein Nachfolger – dafür “nur einige Stunden”. Falin fand mit dieser Position, die er später stets empört in Abrede stellte, Unterstützung bei der Generalität und beim orthodoxen Flügel der KPdSU unter Führung von Jegor Ligatschow, die zu Recht befürchteten, dass die DDR als unentbehrliche westliche Bastion des sozialistischen Lagers verloren gehen könnte.

Auf westlicher Seite war die Reaktion ebenfalls uneinheitlich. Während man sich in London und Paris besorgt zeigte, dass eine Wiedervereinigung Deutschlands, die jetzt nicht mehr auszuschließen war, neue Risiken für die europäische Ordnung heraufbeschwören könnte, betrachtete man die Entwicklung in Washington mit Gelassenheit und sogar mit Genugtuung, da das erklärte westliche Ziel im Ost-West-Konflikt – die Befreiung Osteuropas vom Kommunismus – der Verwirklichung nahe schien.

In Bonn neigte man dagegen eher zur Zurückhaltung, um die komplizierte Situation nicht durch unbedachte eigene Schritte zusätzlich zu verwirren. Allerdings ließ Bundeskanzler Kohl es sich bei aller gebotenen politischen Vorsicht nicht nehmen, am 10. November vor dem Rathaus Schöneberg in Berlin den Ostdeutschen zuzurufen, sie seien “in dieser großen und historischen Stunde” nicht allein und sollten ihren Kampf um die Freiheit fortsetzen. Denn, so Kohl wörtlich, “wir sind an eurer Seite. Wir sind eine Nation.”  

Einstellung zur Wiedervereinigung von Ostdeutschen

  1. Ungleichgewichte von Osten und Westen

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