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Marinepräsenz im Mittelmeer

Das Mittelmeer ist kein “NATO-See”

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GEOMETR.IT   contra-magazin.com   12.09.2018

 

* Mittelmeer: Die NATO verliert die Kontrolle

Angesichts der wachsenden Präsenz der NATO in der Region und dem Syrien-Krieg, sieht sich Moskau mit einer veränderten Sicherheitslage im Mittelmeer konfrontiert, nachdem die Ukraine-Krise bereits dafür sorgte, dass die Schwarzmeerflotte um fünfzehn Schiffe – darunter zwei Fregatten und sechs U-Boote – verstärkt wurde.

In einer Stellungnahme bei einem Treffen mit den Top-Vertretern von Verteidigungsministerium und Generalität in Sotschi teilte Präsident Putin mit, dass eine dauerhafte russische Marinepräsenz im Mittelmeer kommen wird, die auch Kriegsschiffe mit Langstrecken-Angriffsraketen des Typs Kalibr beinhaltet. Insgesamt sind für dieses Jahr 102 Expeditionen von Kriegsschiffen und U-Booten in das Mittelmeer geplant, wobei diese auch immer wieder gegen Dschihadisten-Stellungen in Syrien losschlagen werden.

Im vergangenen Juli wurde eine Mittelmeer-Einsatztruppe gegründet, die ihren Sitz in Tartus, der von Syrien angemieteten Marineeinrichtung, haben sollte. Die Schiffe bieten einen Puffer auf der Südflanke der NATO. Russland muss den aggressiven Aktivitäten des Militärbündnisses in der Region, einschließlich des Schwarzen Meeres, entgegenwirken. Die Aufrechterhaltung einer robusten Präsenz im Mittelmeer ist der beste Weg, die russischen Grenzen des Schwarzen Meers zu verteidigen.

Ganz Südeuropa, einschließlich solcher militärischen NATO-Anlagen wie das Alliierte Streitkräftekommando in Neapel (Italien) die Kombinierte Flugbetriebszentren in Larissa, (Griechenland) und in Poggio Renatico (Italien), das Hauptquartier des Alliierten Landkommandos und Luftwaffenkommandos in Izmir (Türkei), der NATO Incirlik Luftwaffenstützpunkt in der Türkei, die Luftwaffenstützpunkte Graf Ignatievo und Bezmer in Bulgarien, die von der US Air Force sowie vielen anderen NATO-Verteidigungseinrichtungen genutzt werden, befinden sich im Bereich der Kalibr-Raketen, die auf den Plattformen im Mittelmeer installiert sind. Sie werden alle im Fall eines Russland-NATO-Krieges mit den ersten Salven ausgeschaltet.

Die Etablierung einer permanenten in der Region kann zudem durch eine Reihe rationaler Berechnungen erklärt werden. Das Mittelmeer ist für die Schwarzmeerflotte Russlands der einzige Zugang zum offenen Ozean. Die ständige Präsenz ist angesichts des wachsenden politischen Einflusses Russlands im Nahen Osten und in Nordafrika (MENA) also ein logischer Schritt.

So oder so, das Mittelmeer ist kein “NATO-See” mehr, der von der 6. US-Flotte beherrscht wird. Amerikanische Schiffe besitzen diese Gewässer nicht mehr. Als Großmacht hat Russland seine eigenen Interessen in der Region und es hat eine starke Seestreitmacht, die permanent eingesetzt wird, um sie zu verteidigen.

Russland beweist, dass es auch ohne überdimensionierten Militärbudgets durchaus möglich ist, eine funktionierende und leistungsfähige Landesverteidigung aufzubauen, die es mit der US-amerikanischen Vernichtungsmaschinerie aufnehmen kann. Dies beinhaltet in diesem Fall auch einen “Flugzeugträger-Killer”, der den NATO-Chefs und den Pentagon-Strategen große Sorgen bereitet.

Von einem Überschallbomber gestartet, fliegt die Seezielrakete Ch-32 so schnell und so hoch, dass US-amerikanische Abfangraketen sie nicht greifen können. 2016 erst haben die russischen Streitkräfte den neuen Marschflugkörper in Dienst gestellt. Gegen einen Schwarm dieser Lenkwaffen sind Flugzeugträger und Zerstörer der US-Navy machtlos. Eine solche Salve würde nämlich abgeschossen werden können, bevor die US-amerikanischen Abfangjäger überhaupt erst einmal in die Feuerreichweite zu den Langstreckenbombern kämen.

Die Kombination aus dem modernisierten Fernbomber Tu-22M3M und dem neuen Überschall-Marschflugkörper (eben der Ch-32), ermöglicht es der russischen Luftwaffe nämlich, feindliche Flugzeugträger und deren Begleitkonvois bereits aus großer Entfernung anzugreifen und zu versenken. Infolge der hohen Geschwindigkeit (Mach 5) der Raketen, die für die Bekämpfung von Boden- und Seezielen entwickelt wurden, sowie einer Reichweite von bis zu 1.000 Kilometern, wird es für die Abwehrsysteme der NATO-Kriegsschiffe beinahe unmöglich, diese abzufangen.

Die Tupolew Tu-22M3 ist ein strategischer Langstreckenbomber, der für die Bekämpfung von Land- und Seezielen aus großer, mittlerer und tiefer Höhe bestimmt ist. Der Bomber war 1989 in Dienst gestellt worden. Insgesamt sollen bis zu 30 Fernbomber Tu-22M3 modernisiert werden, die erste davon soll bereits im dritten Quartal dieses Jahres in Dienst gestellt werden. Derzeit verfügt Russland über etwa 100 Maschinen dieses Typs.

 

Die Veröffentlichung ist kein Leitartikel. Es spiegelt ausschließlich den Standpunkt und die Argumentation des Autors wider. Die Publikation wird in der Präsentation vorgestellt. Beginnen Sie in der vorherigen Ausgabe. Das Original ist verfügbar unter: contra-magazin.com

 

GEOMETR.IT

Kein “NATO-See” mehr

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* Mittelmeer: Die NATO verliert die Kontrolle

Angesichts der wachsenden Präsenz der NATO in der Region und dem Syrien-Krieg, sieht sich Moskau mit einer veränderten Sicherheitslage im Mittelmeer konfrontiert, nachdem die Ukraine-Krise bereits dafür sorgte, dass die Schwarzmeerflotte um fünfzehn Schiffe – darunter zwei Fregatten und sechs U-Boote – verstärkt wurde.

In einer Stellungnahme bei einem Treffen mit den Top-Vertretern von Verteidigungsministerium und Generalität in Sotschi teilte Präsident Putin mit, dass eine dauerhafte russische Marinepräsenz im Mittelmeer kommen wird, die auch Kriegsschiffe mit Langstrecken-Angriffsraketen des Typs Kalibr beinhaltet. Insgesamt sind für dieses Jahr 102 Expeditionen von Kriegsschiffen und U-Booten in das Mittelmeer geplant, wobei diese auch immer wieder gegen Dschihadisten-Stellungen in Syrien losschlagen werden.

Im vergangenen Juli wurde eine Mittelmeer-Einsatztruppe gegründet, die ihren Sitz in Tartus, der von Syrien angemieteten Marineeinrichtung, haben sollte. Die Schiffe bieten einen Puffer auf der Südflanke der NATO. Russland muss den aggressiven Aktivitäten des Militärbündnisses in der Region, einschließlich des Schwarzen Meeres, entgegenwirken. Die Aufrechterhaltung einer robusten Präsenz im Mittelmeer ist der beste Weg, die russischen Grenzen des Schwarzen Meers zu verteidigen.

Ganz Südeuropa, einschließlich solcher militärischen NATO-Anlagen wie das Alliierte Streitkräftekommando in Neapel (Italien) die Kombinierte Flugbetriebszentren in Larissa, (Griechenland) und in Poggio Renatico (Italien), das Hauptquartier des Alliierten Landkommandos und Luftwaffenkommandos in Izmir (Türkei), der NATO Incirlik Luftwaffenstützpunkt in der Türkei, die Luftwaffenstützpunkte Graf Ignatievo und Bezmer in Bulgarien, die von der US Air Force sowie vielen anderen NATO-Verteidigungseinrichtungen genutzt werden, befinden sich im Bereich der Kalibr-Raketen, die auf den Plattformen im Mittelmeer installiert sind. Sie werden alle im Fall eines Russland-NATO-Krieges mit den ersten Salven ausgeschaltet.

Die Etablierung einer permanenten Marinepräsenz in der Region kann zudem durch eine Reihe rationaler Berechnungen erklärt werden. Das Mittelmeer ist für die Schwarzmeerflotte Russlands der einzige Zugang zum offenen Ozean. Die ständige Präsenz ist angesichts des wachsenden politischen Einflusses Russlands im Nahen Osten und in Nordafrika (MENA) also ein logischer Schritt.

So oder so, das Mittelmeer ist kein “NATO-See” mehr, der von der 6. US-Flotte beherrscht wird. Amerikanische Schiffe besitzen diese Gewässer nicht mehr. Als Großmacht hat Russland seine eigenen Interessen in der Region und es hat eine starke Seestreitmacht, die permanent eingesetzt wird, um sie zu verteidigen.

Russland beweist, dass es auch ohne überdimensionierten Militärbudgets durchaus möglich ist, eine funktionierende und leistungsfähige Landesverteidigung aufzubauen, die es mit der US-amerikanischen Vernichtungsmaschinerie aufnehmen kann. Dies beinhaltet in diesem Fall auch einen “Flugzeugträger-Killer”, der den NATO-Chefs und den Pentagon-Strategen große Sorgen bereitet.

Von einem Überschallbomber gestartet, fliegt die Seezielrakete Ch-32 so schnell und so hoch, dass US-amerikanische Abfangraketen sie nicht greifen können. 2016 erst haben die russischen Streitkräfte den neuen Marschflugkörper in Dienst gestellt. Gegen einen Schwarm dieser Lenkwaffen sind Flugzeugträger und Zerstörer der US-Navy machtlos. Eine solche Salve würde nämlich abgeschossen werden können, bevor die US-amerikanischen Abfangjäger überhaupt erst einmal in die Feuerreichweite zu den Langstreckenbombern kämen.

Die Kombination aus dem modernisierten Fernbomber Tu-22M3M und dem neuen Überschall-Marschflugkörper (eben der Ch-32), ermöglicht es der russischen Luftwaffe nämlich, feindliche Flugzeugträger und deren Begleitkonvois bereits aus großer Entfernung anzugreifen und zu versenken. Infolge der hohen Geschwindigkeit (Mach 5) der Raketen, die für die Bekämpfung von Boden- und Seezielen entwickelt wurden, sowie einer Reichweite von bis zu 1.000 Kilometern, wird es für die Abwehrsysteme der NATO-Kriegsschiffe beinahe unmöglich, diese abzufangen.

Die Tupolew Tu-22M3 ist ein strategischer Langstreckenbomber, der für die Bekämpfung von Land- und Seezielen aus großer, mittlerer und tiefer Höhe bestimmt ist. Der Bomber war 1989 in Dienst gestellt worden. Insgesamt sollen bis zu 30 Fernbomber Tu-22M3 modernisiert werden, die erste davon soll bereits im dritten Quartal dieses Jahres in Dienst gestellt werden. Derzeit verfügt Russland über etwa 100 Maschinen dieses Typs.

   Die Veröffentlichung ist kein Leitartikel. Es spiegelt ausschließlich den Standpunkt und die Argumentation des Autors wider. Die Publikation wird in der Präsentation vorgestellt. Beginnen Sie in der vorherigen Ausgabe. Das Original ist verfügbar unter: contra-magazin.com

 

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